STENGAH - Soma Sema

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VÖ: 18.03.2022
Bandinfo: STENGAH
Genre: Modern Metal
Label: Mascot Records
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Lineup  |  Trackliste

"In der Musik geht es darum, sich mit sich selbst (wieder) zu verbinden", sagt Eliott. "Es geht um Menschen, ihre Ängste, ihren Glauben und ihre Philosophien. Wie diese Dinge sie manchmal leiten können, und wie sie sie manchmal blenden können. Ohne Wertung fragen wir mit unserer Musik danach, wie merkwürdig und seltsam die sozialen und emotionalen Verhaltensweisen der Menschen sind. Es geht um die Kraft des Glaubens, der Kreativität und des Bewusstseins." 

Das soll noch mal einer sagen, dass Black Metaller nur finster gucken können. Ich glaube, diese Musikrichtung ist der Nährboden für die modernen Philosophen und auch wenn sie vielmals sehr aggressiv oder suizidal daherkommen, sie beschäftigen sich mit den tiefsten und dunkelsten Ecken des menschlichen Geistes.

"Soma Sema" ist ein Kaleidoskop aus den verschiedensten Emotionen und Stimmungsumbrüchen. Einmal schwebend und sphärisch, im nächsten Moment knallt dir der Growl einen runter, dass die Ohren scheppern. Und das innerhalb eines Songs. Also macht euch auf eine Achterbahn der musikalischen Extreme gefasst.

Bei "Message In Memories" glänzt der Cleangesang von Nicolas in nahezu orchestralem Licht, um das in den nächsten Sekunden in eine Flammenwand der Bösartigkeit zu verwandeln. Man kann sich nicht entscheiden, schrei mich an oder säusel mir was Liebliches vor. 

Irgendwie kam mir bei den ersten Takten von "At The Behest Of Origins" der Soundtrack von "Queen of the Damned" in den Hinterkopf geschlichen. Nur viel durchdringender und weniger Hüftschwingend. Mehr so keulenartig und auf Kollisionskurs. (Hab beides mal übereinander gelegt – sorry Lestat – you loose).

"Above Inhumanity" kann nicht hart genug sein, da dies anscheinend eine menschliche Abartigkeit ist, andere herabzuwürdigen, auszubeuten, abzuschlachten oder zu entmenschlichen. Ein Aufschrei, der viel lauter und brutaler durch die Boxen knallen müsste!

"Swoon" ist dagegen schon fast fröhlich, nur diese leicht brummende Unterlinie stört mich ein bisschen. Der Schreianfall lässt jeden Windkanal neidisch im Regen stehen. Was ein Gegenwind einem da um die Lauscher fetzt! 

Gut zur Geltung kommen auf dem Album die partiellen Instrumentaleinheiten. Der Schwerpunkt liegt definitiv auf den Vocals, gibt aber den Instrumenten durchaus auch die Möglichkeit sich auszutoben.

Fazit: Dunkel, leichtfüßig, tanzbar, entspannend, aufregend, brain crushend, ein leuchtender Alptraum des Black Metal.

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Sabine Vollert (24.03.2022)

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