RISE OF KRONOS - Council Of Prediction

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VÖ: 25.03.2022
Bandinfo: RISE OF KRONOS
Genre: Death / Thrash Metal
Label: MDD Records
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Lineup  |  Trackliste

Alles neu macht...in diesem Fall der März. Und aus der Hamburger Death Metal Truppe SURFACE werden RISE OF KRONOS. Neuer Name, sonst ändert sich nix. Die Umbenennung diente laut Promo-Waschzettel dazu, ein neues Kapitel in der Bandgeschichte aufzuschlagen. Nun, zumindest besetzungstechnisch und musikalisch hat sich auf dem mittlerweile vierten Longplayer der Elbstädter wenig bis nichts verändert. Lyrisch befassen sich RISE OF KRONOS (der neue Name ist übrigens der Titel des zweiten SURFACE Albums aus dem Jahr 2015) jetzt verstärkt mit der griechischen Mythologie und der hellenistischen Philosophie.

Stilistisch knüpft das neue Material an den Sound des Vorgängers "River Of Souls" (SURFACE, 2021) an, soll heißen, moderner, fett produzierter Death Metal mit einigen Thrash Anleihen und dezent technisch-progressiver Note ballert der Hörerschaft brachial aus den Boxen entgegen. Dabei wird der Groove-Faktor von der Rhythmusfraktion immer schön hochgehalten. Selbst in Highspeed-Blastern wie "Devine Betrayal" wird immer wieder headbang-freundlich auf die Bremse getreten.

Als Highlights der neuen Scheibe entpuppen sich aber eindeutig die durchgehenden Groove-Monster: der Opener, "Cycles", "Boiled Alive", "Gladiator" und der Rausschmeißer "Allegory Of The Cave" sind schädelspaltende Stampfer, die richtig Laune machen.

Beim Songwriting hat sich in positiver Hinsicht einiges getan, und Frontschreihals Tom growlt und keift so gut und variabel wie nie zuvor. Und drei "Bonustracks" spendieren uns RISE OF KRONOS auch noch. Also alles Friede, Freude, Eierkuchen? 

Nicht ganz, denn die drei Bonussongs entpuppen sich in gewisser Weise als Mogelpackungen, da es sich hier um die instrumental exakt gleichen Versionen der Stücke "Cycles", "Boiled" und "Divine Betrayal" handelt, die allerdings durch die drei GastvokalistInnen Britta Görtz (HIRAES), Thomas Gurrath (DEBAUCHERY) und Lukas Swiaczny (STILLBIRTH) enorm aufgewertet und damit zu den besten Nummern auf "Council Of Prediction" geadelt werden. Hier hätte man die gefeaturten Versionen als die regulären Songs verwenden sollen. Allerdings wäre dann die mit 37 Minuten bereits jetzt recht knapp bemessene Gesamtspieldauer des Albums wohl über einen EP-Status nicht hinausgekommen. So aber hat das Ganze ein wenig den Beigeschmack der Zeitschinderei. Dass RISE OF KRONOS so etwas eigentlich nicht nötig haben, wurde schließlich auf den vorhergehenden Alben bewiesen. Dort waren die Hamburger durchgehend in der Lage die Scheiben mit zehn oder elf vollwertigen Songs zu füllen.


Fazit:

Schlussendlich fällt diese Mogelei beim Hören der neuen Langrille allerdings weit weniger ins Gewicht, als es sich vorstehend lesen mag und wird sich deshalb nicht massiv auf die Wertung der Scheibe auswirken. Und die ist wirklich gut geworden. Musikalisch, lyrisch und produktionstechnisch liegt hier alles im grünen Bereich.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Ernst Lustig (01.04.2022)

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