JIZZY PEARL - Hell, CA

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VÖ: 11.03.2022
Bandinfo: JIZZY PEARL
Genre: Rock
Label: GOLDEN ROBOT
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Lineup  |  Trackliste

L.A.-Veteran JIZZY PEARL versucht rührig das Erbe von LOVE/HATE zu verwalten. Etwas irritiert dabei, dass "Hell, CA" sowohl als Output des Solokünstlers Pearl, wie auch unter dem Banner seiner alten Stammband veröffentlicht wird. Um die Verwirrung komplett zu machen: Fallweise ist auch von JIZZY PEARL'S LOVE/HATE die Rede. Verstehen muss man das alles freilich nicht. Zumal dies aber keine Voraussetzung für den eigentlichen Genuss der zehn neuen Songs ist, soll das Namens-Tohuwabohu die Musik-Community nicht weiter tangieren.

Jizzy ist seit jeher bekannt dafür, seinen Gesang in technisch eng abgestecktem Terrain vorzutragen. Unvermögen in Sachen Ausdruck (sehr rau bis sehr, sehr rau) und Tonumfang (sehr hoch bis sehr, sehr hoch) kompensiert er mit energischer Performance, die ihm so schnell keiner nachmacht. Kein Hardrock-Pavarotti also, aber ähnlich einem Stephen Pearcy (RATT) ein echtes Original.

Im direkten Vergleich zum Vorgängerwerk "All You Need Is Soul" überzeugt der neue Longplayer mit einer transparenteren und dynamischeren Produktion. So entfalten sich das flotte "One Hot Minute", Wuchtiges wie "Acid Babe" und die kantholzige "Soul Mama" unter denkbar guten Bedingungen: Gelungene Hardrock-Kunst im Spannungsfeld zwischen LED ZEPPELIN und punkiger Rotz-Attitüde. Bei "Last Chance" und dem bluesig-eingängigen "Lonely Days Are Gone" schielt die Combo gekonnt in Richtung Rockradio-Airplay.

Wer sich mit der 62-jährigen Reibeisen-Sirene – übrigens frischgebackener Fronter von QUIET RIOT – von Haus aus anfreunden kann, oder zumindest geübt im Überhören seines streitbaren Styles ist, kann sich "Hell, CA" schon mal für die musikalische Untermalung kommender Grillpartys auf Lager legen.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Sandy (31.03.2022)

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