COBRAKILL - Cobratör

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VÖ: 08.04.2022
Bandinfo: COBRAKILL
Genre: Hard Rock
Label: Iron Oxide Records
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Lineup  |  Trackliste

Entstanden aus pandemischer Langeweile und einer geteilten Leidenschaft für den Glitz und Glam der 80er veröffentlichen COBRAKILL nun ihr Debütalbum „Cobratör“, was dank Labelwechsel noch einmal um zwei Monate verschoben wurde. Auch ohne ein Bild spricht das „ö“ im Titel schon Bände, darüber, was sich auf dieser Scheibe wohl verbergen dürfte: Glam und Hair Metal der 80er im Stile MÖTLEY CRÜES. Als Inspirationen werden denn auch ebenjene, KISS, W.A.S.P., ALICE COOPER und TWISTED SISTER genannt. 

Mit acht Songs und einer guten halben Stunde hält es das Quintett knackig kurz. Abseits der Musik überzeugt die Band mit einem wertigen Booklet in sattem Lila inklusive der werten Texte – keine Selbstverständlichkeit diese Tage. 
Sänger Nick Adams wartet auf „Silver Fist“ nicht lange, zu zeigen, dass er auch ohne blonde Mähne in die Fußstapfen eines jungen Vince Neil tritt – die Betonung möge an dieser Stelle auf „jung“ liegen. Wiederholt wird diese Stimmakrobatik in „Electrifier“, das mit einer beeindruckend hohen Note endet. Chapeau!

 

Auch wenn COBRAKILL klingt, als könnten sie direkt dem Sunset Strip der Achtziger entsprungen sein, sind die Themen dann doch etwas düsterer als der gelegentliche Mix aus Sex, Drugs, Rock’n’Roll. Stattdessen mischen die Fünf dem Ganzen eine Prise Tod unter und huldigen in „Desperados“ entgegen des gleichnamigen ALICE-COOPER-Titels stilistisch eher JUDAS PRIEST als den psychedelisch anmutenden, verstörenden Klängen, die COOPER in den frühen 70ern verbreitete. Aber selbstverständlich beinhaltet ein Titel wie „Bring it, Sugar“ genau das, was der Name verspricht: leicht verdauliche Texte über die wichtigste Nebensache der Welt.

Mit „We’ve Just Begun“ endet der Erstling schließlich mit einer ruhigen Ankündigung, dass man von dieser Band noch mehr erwarten darf. Auch wenn keine richtige Powerballade, schlägt dieser Last Cut doch zumindest in die gleiche Richtung und lässt den Wunsch aufkommen, auf dem nächsten Album doch bitte eine solche zu platzieren – wenn schon Achtziger, dann aus allen Rohren! Dennoch haben die Bielefelder auf ihrem Debüt alles richtig gemacht und überzeugen mit einer Nostalgieladung, die sich gewaschen hat. Wer also voluminöse Haare, Spandex und Lederjacken nicht nur optisch, sondern auch musikalisch vermisst, ist hier genau richtig!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Franziska Anson (17.04.2022)

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