DEVICIOUS - Black Heart

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VÖ: 14.04.2022
Bandinfo: DEVICIOUS
Genre: Melodic Rock
Label: Pride & Joy Music
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Lineup  |  Trackliste

DEVICIOUS – einer meiner Lieblingsbands aus deutschen Landen (mit italienischem Sänger und serbischem Gitarrenvirtuosen) meldet sich nach drei Top-Alben seit 2018 wieder mit neuem Stoff. Die Mannen um Mastermind Alex Frey sind ja in die europäische Hardrock – Top-Liga aufgestiegen, daher ist die Erwartungshaltung entsprechend hoch gesteckt. Die gute Nachricht ist zum Ersten: Das Line-up ist nach dem erstklassigen Vorgänger („Phase Three“) beim nunmehr vorliegendem Output „Black Heart“ unverändert. Die schlechte Nachricht: Ausnahmeshouter Antonio Calanna verabschiedet sich leider wieder. Alex dazu: „Schweren Herzens müssen wir bekannt geben, dass unser Freund und Leadsänger Antonio Calanna und DEVICIOUS NACH unserer Europatour, die am 14. April in den Niederlanden beginnt und am 24. April in der Schweiz endet, getrennte Wege gehen werden“. Die Gründe sind einfach die Vielfachbelastung des gefragten Musicaldarstellers (Walt Disney Musical „Frozen“ in Hamburg, beim Jesus Christ Superstar Musical in St. Gallen) und seine Familie in Italien und sicher keine musikalischen oder menschlichen Differenzen. Natürlich hat Antonio wieder sein Bestes gegeben, wie wir bei „Black Heart“ hören:

Mit dem mitreißendem „Afterlife“ beginnt wieder eine musikalische Reise auf höchstem Niveau mit Schwerpunkt Melodie und groovender Rhythmus, ein Auftakt nach Maß! 

„Heroines“ ist keyboardlastige, auskomponierte Rockmusik par excellence, mit Metal-Riffs im Mittelteil und schönem Wechselgesang mit Chor. Textlich wird wahrscheinlich auf die Grazien am Cover Bezug genommen. 

Beim folgendem „A Special Mind“ beweist Alex einmal mehr, welch Händchen er für große Melodiebögen und geilen Hooks besitzt, abgesehen von der immens treibenden Rhythmusfraktion.

Auch bei „Liar“ bleibt das Gaspedal durchgedrückt, gespickt von Riffsalven und dezenten Keyboardeinlagen. Überraschend das abrupte Fade out, wiederholen DEVICIOUS doch gerne am Schluss lange den Refrain.

Der Titelsong beginnt etwas banal (na na na…), steigert sich danach über eine Bridge zum Niederknien zu einem unwiderstehlichen Refrain, harmonisch, melodiös und insgesamt ein großartiger, komplexer Song. Könnte ein großer Hit werden!

Nun wird mit „Not What It Seems“ das Tempo etwas gedrosselt, ist aber keine klassische Ballade, vielmehr ein AOR-lastiger Song, bei dem Antonio wieder einmal beweist, über welch variables Organ der Italiener verfügt.

Ungewöhnlich das Intro zu „Welcome The Night“, dominiert doch der Bass des Meisters, ehe das Keyboard übernimmt. Aber der Track enthält alle DEVICIOUS-Trademarks: eine eingängige Melodie, der Refrain hinreißend dargebracht, ein messerscharfes, wie immer ein nie langweiliges Gitarrensolo und auch das Keyboard übernimmt immer wieder, ohne dominant zu sein.

Ähnlich basslastig kommt „After Midnight“ daher, mit einem interessanten progressiven Touch, ohne experimentell zu wirken.

Zu „Falling“ ist zu schlicht zu sagen: Super Rocksong, hochkarätiger Gesang mit hinreißenden Chören und perfekter Instrumentierung.

Für Abwechslung ist gesorgt: „Miles Away“, hart, kantig, schnell, fetzt dahin, dass die Ohren sausen, der eingängige Refrain einmal mehr ein Wahnsinn. 

Damit schließt ein gnadenloses, hochmelodiöses Album, das hoffentlich viele Anhänger finden wird, es schließt daher nahtlos an vorige Großtaten an. Highlights will und kann ich keine nennen, dazu ist das Album zu kompakt. Unglaublich, woher Alex diesen Ideenreichtum hernimmt! 

Erwähnenswert auch die Backgroundvocals von Michael Bormann’s Jaded Hard) und Baol Bardot Bulsara (TNT). Außerdem wird die Band demnächst auch eine eigene Comics-Serie (“Dollhouse DV”) veröffentlichen. Die Hauptcharaktere dieser Comics sind die Models auf dem Album-Cover von „Black Heart” und den Singles. Zu hoffen ist noch, dass die kommende Tour (mit NIGHT LASER und BLACK TIGER) auch in Österreich Halt macht.



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Wolfgang Kelz (14.04.2022)

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