SPACE VACATION - White Hot Reflection

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VÖ: 28.04.2022
Bandinfo: SPACE VACATION
Genre: Heavy Metal
Label: Pure Steel Records
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Lineup  |  Trackliste

Auch schon wieder fünf Jahre ist her, seit ich SPACE VACATIONs Vorgänger "Lost In The Black Divide" gepriesen habe, als ginge es um mein Überleben. Jetzt sind die Knaben aus San Francisco mit ihrem fünften Album "White Hot Reflection" wieder da und erneut geht es in das von mir favorisierte Musikjahrzehnt, die 80er natürlich, zurück.

Wie tut also das neue Album der 80er-Afficionadoes? Gut, natürlich, ist man geneigt zu sagen. Klassischer Heavy Metal mit dem der Band eigenen Westcoast-Hard/Arena Rock-Einschlag. Wie gerne wäre man dereinst im Cabrio den Sunset Strip auf- und abgebraust, mit damals noch wallendem Haar. Zum Glück bringen SPACE VACATION uns diese Zeit zurück, unglücklicherweise nicht die wallenden Haare.

Sei es wie es ist, 13 mal sieht man sich hier im Muscle Shirt am Venice Beach stehen und mit einem Ghetto Blaster dieser Gute-Laune-Musik lauschen. Die Songs sind dann alle erstaunlicherweise alle nicht ganz so kurz wie man es erwarten könnte. Alles über vier Minuten mit dem siebeneinhalb Minuten Langen Mutterschiff "Out Of Time" als Closer des Albums. Trotzdem rockt das Ding anständig (man verzeih mir die Plattitüde, es ist aber nun mal so).

Die Stärken der Band sind die Refrains, der Gesang und das filigrane Gitarrenspiel von Ex-VICIOUS RUMORS-Klampfer Kyoshi Morgan. Vor allem die Leads sind immer wieder zum Niederknien. Ditto beinahe jeder Chorus. Ein zwei Songs weniger hätte es auch getan, "Ice Berg" zum Beispiel ist eher eine Erholungspause als ein Kracher, obwohl der Thrashpart in diesem Song eine Überraschung ist, auch ein "Middle Ages" ist eher fußlahm. Insgesamt aber ist das Songwriting wirklich von oberster Güte. Man sieht hier dürftig bekleidete Menschen die Strandpromenade auf- und abhuschen. Good times. Meine Güte, was haben wir uns alles gewünscht, damals in die USA zu reisen. Jetzt will da kaum jemand mehr hin. The times are changing. 

Ich gebe zu, dass ich die letzte Platte vielleicht etwas überbewertet habe, aber vier Punkte sind eine starke Wertung für ein erneut äußerst unterhaltsames Album. In meinen inoffiziellen Autofahrer-Charts dürfte das Album wohl locker in den Top 10 des Jahres 2022 landen.

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (02.05.2022)

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