FOZZY - Boombox

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VÖ: 06.05.2022
Bandinfo: FOZZY
Genre: Modern Rock
Label: Mascot Records
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Lineup  |  Trackliste

FOZZY liefen bei mir bislang eher unter dem Radar und hatte ich bislang eher unter "belanglose Kirmesband" abgelegt. Ein böser Fehler, wie sich nun herausstellt. Gestartet als reine Coverband haben sich die Jungs um Wrestling-Star Chris Jericho mittlerweile zu einer ernsthaften Modern-Rock-Combo entwickelt, die besonders in den USA stark angesagt ist. Die letzte Scheibe "Judas" warf mit dem Titeltrack einen riesigen Hit mit über 55 Millionen Youtube-clicks ab und auch die weiteren Singles, welche auf "Boombox" zum Teil enthalten sind, waren auf "heavy rotation". 

Fast fünf Jahre nach dem letzten vollen Album kommt nun also endlich ein Nachfolger auf den Markt, welches den erfolgreichen Weg fortführen soll. Und die Chancen dafür stehen wahrlich nicht schlecht.

Das bereits seit letztem Jahre bekannt "Sane" startet im gewohnten FOZZY-Stil durch. Der Song hat Melodie, ist massenkompatibel mit poppiger Note aber immer noch mit genügend Punch um auch den bösen Rocker von nebenan nicht zu vergraulen. Für das Video sollte man schwindelfrei sein.

               

Mit "I Still Burn" schließt sich gleich der nächste potentielle Hit an. Die Freunde von FIVE FINGER DEATH PUNCH oder auch SHINEDOWN dürften an dem Song ihre helle Freude haben. Ein weiterer Winner.

              

"Purifier" beweist, warum FOZZY ihren Namen an OZZY OSBOURNE angelehnt haben, der Track könnte ohne Weiteres von einem OZZY-ALbum stammen, das Mainriff erinnert an Jake E. Lee zu besten Zeiten und Chris Jerichos Timbre hat nun einmal eine nicht zu bestreitende Nähe zu Ozzys Stimme. Der treibende Song wird sicher auch ein künftiger Live-Favorit werden, da bin ich mir absolut sicher.

"Army Of One" ist die Feuerzeugballade, auch hier meint man wieder, dass OZZY am Mikro wäre. Ein gefühlvolles Stück mit einer Melodie, die man zwar schon irgendwo einmal gehört hat, nichtsdestrotz ebenfalls eine prima Nummer.

"Ugly On The Inside" kann man als Dampfhammer-Stadion-Hymne bezeichnen, nicht der stärkste Albumtrack aber weit entfernt von Füllmaterial.

Mit "Relax" ist Cover-Time angesagt. Hier wird der der alte FRANKIE GOES TO HOLLYWOOD-Klassiker verrockt, wenngleich die Nummer weiter wie im Original sehr elektronisch daherkommt, lediglich mit einigen härteren Gitarren unterlegt. Gut gemacht aber nicht unbedingt nötig.

"Nowhere To Run" war als Single ebenfalls schon seit mehreren Jahren erhältlich. Die Mischung aus Pop-Rock-Elementen gepaart mit dem ausdrucksstarken Gesang funktioniert auch hier ausgezeichnet. Aber hört selbst:

                    

FOZZY werden für "Boombox" sicher keinen Originalitätspreis gewinnen, in Ihrer Komfortzone wissen Sie sich aber durchaus von ihren Mitstreitern abzuheben. Das goldene Händchen für einprägsame Refrains haben sie auf jeden Fall und es wird trotz der eng gestrickten stilistischen Vorgaben Wert auf Abwechslung gelegt. Das beweisen auch die restlichen Songs des Albums, von denen zwar keiner mehr besonders heraussticht  aber auch kein Skip-Song vorhanden ist. Die-Hard-Metaller werden damit zwar nichts anzufangen wissen, aber wer gute Melodien gepaart mit poppigen/elektronischen Elementen mag, der kann mit der Band sicher nichts falsch machen.

FOZZY sind auf dem umkämpften New/Modern-Rock-Markt eine echte Hausnummer und werden mit "Boombox" sicher den einen oder anderen Fan dazugewinnen, zumal die Jungs auch live eine Macht darstellen. Mit Sympathiebonus ist mir das Album vier gute Punkte wert. Der Sommer kann kommen.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Martin Weckwerth (03.05.2022)

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