CELESTIAL SEASON - Mysterium I

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VÖ: 25.04.2022
Bandinfo: CELESTIAL SEASON
Genre: Death/Doom Metal
Label: Burning World Records
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Lineup  |  Trackliste

Es ist schon etwas verwunderlich, dass das neue Full Length Album der Niederländer (zumindest im deutschsprachigen Raum) in den (Online)Musikmagazinen faktisch nicht vertreten ist. Dabei sind CELESTIAL SEASON weder Newcomer noch unbekannte Untergrundkämpfer. Vielmehr war die Combo mit ihren ersten beiden Alben "Forever Scarlet Passion" (1993) und "Solar Lovers" (1995) eine der Bands, die neben ANATHEMA und MY DYING BRIDE als erste das von PARADISE LOST mit der Kultscheibe "Gothic" (1991) erfundene Death Doom Metal Subgenre weiterführten und etablierten.

Nach umfangreichen Besetzungswechseln änderten CELESTIAL SEASON ihren Stil mit dem dritten Album "Orange" grundlegend in Richtung Stoner Rock. 2001 erfolgte die Auflösung der Band, 2011 gab es eine Reunion. Doch erst vor zwei Jahren veröffentlichten Hollands Darkest ihr Comeback-Album "The Secret Teachings", das sich (zum Glück) wieder deutlich an den Wurzeln der Band orientierte.

Und auch mit der aktuellen Veröffentlichung bewegen sich CELESTIAL SEASON wieder im Death/Doom Metal. So ruft gleich der Opener "Black Water Mirrors" ob seiner gesamten musikalischen und vokalen Gestaltung Erinnerungen an den THEATRE OF TRAGEDY-Klassiker "Velvet Darkness They Fear" (1997) wach, auch wenn bei den Niederländern der weibliche Gesang natürlich fehlt (bemerkenswert dafür die deutschen Textpassagen). "The Golden Light Of Late Day" knüpft nahtlos den Einstiegstrack an, düster, melancholisch, traurig  mit diesen abgrundtiefen, rohen Growls die jedes Gefühl von Freude und Hoffnung drei Stockwerke unter die Erde ziehen.

Das dritte Stück,"Sundown Transcends Us", ist dann nicht ganz so düster, sondern hat so einen speziellen doomigen Groove, der Nummer ziemlich besonders macht, vor allem im Zusammenspiel mit der immer wieder hervorstechenden Violine von Jiska ter Bals. Auch wenn der Titel etwas anderes verspricht, bei "This Glorious Summer" ziehen CELESTIAL SEASON die Hörerschaft dann direkt wieder ganz nach unten in den Schlund der allumfassenden Dunkelheit.

"Endgame" ist in den ersten Durchläufen etwas sperrig und wehrt sich dagegen, unkompliziert verkonsumiert zu werden. Doch nach und nach gibt der Song seine starken Momente frei, auch wenn er dabei deutlich weniger eingängig bleibt als die vorangegangenen Titel. Auch "All That Is Known" ist keine leichte Kost  das Stück bewegt sich hart an Grenze zum Funeral Doom, allerdings verleiht die traumhaft melancholische Violine dem Song eine große, traurige Schönheit.

Mit dem Albumcloser "Mysterium" schließt sich der Kreis zum Beginn des Albums. Das Stück ist ähnlich ausgerichtet, wie die ersten beiden Nummern und lässt das Auditorium nicht niedergeschlagen, sondern vielmehr gedankenverloren zurück.

 

Fazit: 

Die aktuelle Langrille setzt den Weg, den CELESTIAL SEASON mit dem Comeback-Album "The Secret Teachings" eingeschlagen haben, konsequent fort. Back to the roots heißt die Marschroute. Das Septett aus Gelderland präsentiert und mit "Mysterium I" eine gekonnt in Szene gesetzte Reise zurück in die Mittneunziger, als der Gothic Metal gerade dabei war, sich zu seiner vollen Blüte zu entfalten. Natürlich meint die ursprüngliche Genrebezeichnung "Gothic Metal" nicht das heutzutage landläufige Verständnis des Begriffes als Sammelbecken für alle möglichen Symphonic Metal Truppen, über die schon mal im Orkus berichtet wurde. 

CELESTIAL SEASON stehen (wieder) für Gothic Metal in seiner reinen, frühen Form, oder, um Verwechslungen gleich aus dem Weg zu gehen, für düster-melancholischen Death/Doom, der in den sieben Stücken des neuen Albums hervorragend und mit viel Liebe für sowie jeder Menge Reminiszenzen an die gute alte Zeit zelebriert wird.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Ernst Lustig (11.05.2022)

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