TERROR - Pain Into Power

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VÖ: 06.05.2022
Bandinfo: TERROR
Genre: Hardcore
Label: End Hits Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Wenn die Devise von TERRORs neuem Rundling "Pain Into Power" der Albumtitel selbst ist, dann müssen die letzten beiden Jahre in LA besonders bitter, um nicht zu sagen schmerzlich gewesen sein. Nicht, dass die Hardcore-Legenden um Frontschreier Scott Vogel jemals zu den Müßiggängern und Softcore-Pogo-Anheizern der Szene gehört hätten, aber was die Großmeister der kurzen Alben anno 2022 abliefern, hat selbst gemessen an ihrer eigenen Aggressionsmesslatte eine neue Dimension.

"Todds ganze Herangehensweise und Vision für dieses Album war es, es von der ersten bis zur letzten Minute mit voller Aggression zu füllen" - Scott Vogel

So die Erläuterung des Frontmanns, die man nach reiflicher Beschallung und Überlegung wie folgt kommentieren kann: passt. TERROR sind seit jeher eine Band der Konstanten, eine sich nicht verbiegende Einheit, die zwar immer wieder mit ihrem Sound spielt, aber ihren Stil dabei nie wirklich über den Haufen wirft. So ist auch die Besprechung des aktuellen Hassbatzens viel mehr eine Suche nach Nuancen, die sich am besten und treffendsten mit dem obenstehenden Zitat beschreiben lässt.

"Pain Into Power" ist aggressiver und direkter als seine jüngsten Vorgänger, spielt zaghafter mit Metal-Einflüssen, zeigt weniger Herz für Melodie und wirkt alles in allem wie der reine Extrakt kanalisierter Wut. Insofern erinnert es deutlicher an die Frühwerke "Lowest Of The Low" und "One With The Underdogs" und geht in gewisser Hinsicht back to the roots. Passend dazu hat Alt-Klampfer Todd Jones dem Dreher einen Sound verpasst, der in puncto Wucht und Durchschlagskraft annähernd mit "Total Retaliation" mithalten kann und dazu ein Stück weit die Erdigkeit der Frühwerke zurückbringt.

Für Freunde der frühen Alben und Pogotänzer, die Hardcore-Konzerte als zusätzliches High-Intensity-Workout zu nutzen pflegen, wird die aktuelle, knapp zwanzigminütige "Langrille" damit einen veritablen Leckerbissen darstellen. Bei jüngeren Anhängern bzw. Freunden der metallisch-verspielteren Alben könne die Scheibe hingegen anecken, weil sie im Vergleich weniger gönnerhaft im Facettenreichtum ist und weniger herausragende Earcatcher der Marke "Keepers Of The Faith", "Stick Tight" oder "The Most High" im Gepäck hat.

So ist am Ende die größte (und wenn mal vom angerauten Sound absieht, auch die einzige) Überraschung, dass in "Can’t Help But Hate" plötzlich der Corpsegrinder seine "Fisher-Netze" auswirft. Andere Songs hervorzuheben, kann man sich im Prinzip sparen, weil einem einer wie der andere gekonnt, aber ohne nennenswerte Auffälligkeiten die Trommelfelle zerfetzt wie ein polnischer Telefonzellenknacker-Böller. Was für den einen also die große Stärke von "Pain Into Power" markiert, mag für den anderen dessen Manko bedeuten und umgekehrt. Was TERROR allerdings erreichen wollten - Aggression von der ersten bis zur letzten Minute - ist ihnen zweifelsohne gelungen.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (09.05.2022)

WERBUNG: Hard
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