IKU-TURSO - Into Dawnless Realms

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VÖ: 06.05.2022
Bandinfo: IKU-TURSO
Genre: Black Metal
Label: Wolfspell Records
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Lineup  |  Trackliste

Finnischer Black Metal, also wird es laut, düster – folgen wir den steinigen Wegen in die dämmerungslosen Reiche.  

Schwarze Poesie auf sanften Rabenschwingen – was wünscht das finstere Herz mehr? Mit Lyrics geht das Fühlen und Verstehen viel besser, finde ich. Wer kann besser erklären, um welche Gestirne und Metaphern sich die Gedanken drehen, als die Künstler selbst?
„Kalte, eisige Wälder voller uralter Geister... In der Dunkelheit vertrauen wir, bis das Licht uns auseinandernimmt.!"
Man kann krächzen was man will, Poesie können sie! Aufgelockert wird es durch die Clean-Parts und nicht allzu stures Durchhämmern und Eintönigkeit.

„At The Crack Of Dawn“ meint die aufkommende Morgendämmerung, wobei ich mit den Vocals bitte nicht geweckt werden will, ohne Kaffee als Wiedergutmachung. Instrumental gut ausgewogen und abgemischt.
Starke Eindringlichkeit wird abgelöst von einer gitarrenlastigen Welle, wobei ich mir ernsthaft Sorgen um die Stimmbänder des Sängers mache.

„The Offering“ setzt die Klangteppiche der Vorgänger fort. Old-School-Black-Metal ohne große Veränderung der Harmonien, einziger Doppelpunkt sind die Growl-Partien am Rande des Nervenzerfaserns. Am Ende wird noch mal ein Tacken Power draufgesetzt, aber typische Akkord-Wiederholungen reißen halt keine bleibenden Erinnerungsfurchen.

Die cranialen Nerven sind ein Satz von zwölf gepaarten Nerven im hinteren Teil des Gehirns. Diese helfen zu schmecken, riechen und hören und auch zu fühlen. Womit „The Cranial Galaxy“ wohl ein Ort des Bewusstwerdens von Sinneseindrücken sein soll. Die Wahl des Eindruckes überlass ich dann dem geneigten Hörer.

„Valor“ drückt von Anfang an mächtig aufs Gas und reißt mich aus der Selbstzerfleischung meiner Ohren heraus. Bisserl mehr Cleangesang würde das Ganze auflockern. 

Mit „Argusogen“ wurde dieses Album betrachtet und mein Fazit:

Nebelschwaden durchwaberter, von Reif überzogener Wald und niemand wird dein Schreien hören. Astreiner Black-Metal, keine Überraschungen (außer den orchestralen Einfädelungen im letzten Song), voller eiskalter Emotionen herausgekrächzter tiefster Seelenpein. Für Fans dieses Genres sicherlich hörenswert, ansonsten schwere Kost.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Sabine Vollert (03.05.2022)

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