MOTOR SISTER - Get Off

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VÖ: 06.05.2022
Bandinfo: Motor Sister
Genre: Rock
Label: Metal Blade Records
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Lineup  |  Trackliste

Die als Party-Kapelle zu Ehren von ANTHRAX-Chef Scott Ian’s 50er ins Leben gerufene Partie zaubert auf vorliegender Disc nicht (wie vermutet) Sauflieder von DJ ÖTZI & Co in die Rillen, sondern lässt einen voerst bei einem Szene-Größen-Line Up von Bands wie ARMOURED SAINT, HENRY ROLLINS und WHITE ZOMBIE/ THE CULT/ TESTAMENT gleich mal die Ohren spitzen.  

MOTOR SISTER also – langsam aber sicher scheint den Bands bei der treffsicheren Namensfindung der Schmäh bzw. die nicht vergebenen Wörter auszugehen und man könnte durchaus den Verdacht hegen, dass willkürlich Wörter aus dem R&R-Scrabble-Baukasten aneinandergereiht werden und man dabei hofft, dadurch dass Lässigkeits-Level relativ hoch zu schrauben und als Resultat gleichzeitig einen rund klingenden Bandnamen auszuschnapsen, der überdies bislang noch nicht vergeben worden ist. Was mittlerweile echt in eine Herausforderung mündet.

Alles falsch und Kommando retour: Anlässlich eingangs bereits erwähntem runden Geburtstags von Scott Ian zockten die Partygäste Pearl Aday, John Tempesta, Joey Vera und Jim Wilson einen Set aus einem Dutzend Songs der US-Classic Rock Combo und Ian-Faves MOTHER SUPERIOR – dies dürfte den Beteiligten eine Menge Spass bereitet haben und man gründete kurzerhand die ähnlich betitelten Motorschwestern.

Als Corporate Identity der Gruppe wird demnach auch der US-amerikanische Hard Rock der 70er/80er zum Ziel gesetzt und nicht, wie es die jeweiligen Hauptarbeitgeber vermuten lassen, krachendes Schwermetall-Geschrubbe der härteren Gangart.

Tatsächlich ist auf vorliegender Scheibe lediglich eine Sister im Line Up mit von der Partie – bei dieser handelt es sich um Pearl Aday, ihres Zeichens Tochter des kürzlich verblichenen MEAT LOAFs und Gattin von ANTHRAX-Mastermind und Waschbärschwanz-Bartträger Scott Ian. Pearl übernimmt dabei in Kombination mit Jim Wilson die Lead Vocals auf der brandaktuellen „Get Off“-Scheibe.
Diese ist übrigens bereits das 2. Album der Band nach dem 2015er-Debut „Ride“, welches jedoch lediglich ein "Live In The Studio"-Recording des MOTHER SUPERIOR-Backkataloges war. Auch das neue Album wird mit einem Cover der Band, dem pfeilschnellen „Rolling Boy Blues“, abgerundet – der Rest besteht aus 11 Originalen, die sich wie folgt anhören: 

Während bei der 1-2-3-Kombi „Can’t Get High Enough“, „Coming For You“ und „Right There, Just Like That“ das Gaspedal zu Beginn gleich ordentlich durchgedrückt wird, schaltet man beim darauffolgendes „Sooner Or Later“ und etwas später dann bei der Nummer „Pain“ einen Gang zurück und Jim Wilson überzeugt jeweils mit soul- und bluesgetränkter Stimme – was einen feinen Kontrast zur eher räudigen Gangart von Pearl Aday ergibt: fabulöser Stoff!  

„No Bullsh*t Rock And Roll“ – das bandinterne Motto laut eigener Angabe – und so lässt sich das Szenario auch auf den restlichen Songs treffend beschreiben: straighter Hard Rock & Roll mit ordentlichen Ecken und Kanten und gekennzeichnet durch Ian’s hektische Trademark-Stakkato-Riffs. Dem Mann scheinen die Ideen auch nach 40 Jahren im Business nicht auszugehen.

Million Dollar-Hooks und Jahrhundert-Hymnen sind auf dem Album zwar eher selten zu finden, das macht aber zum einen nix und zum anderen trotzdem eine Menge Spass: 3,5 von 5 Punkten.
 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Peter Haider (23.05.2022)

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