MILKING THE GOATMACHINE - Nach uns die Grindflut

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VÖ: 24.06.2022
Bandinfo: MILKING THE GOATMACHINE
Genre: Death Metal
Label: Reaper Entertainment Europe
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Lineup  |  Trackliste

Seit 2009 marodieren die Berliner Melkschemel nun schon Euter-malträtierend durch die Ziegenställe der Nation. Und noch immer scheint den Udders der Spaß am Zitzen saugen nicht abhandengekommen zu sein. Deshalb kredenzen uns Goatleeb und Goatfreed heuer ihr mittlerweile neuntes Mähhhwerk "Nach uns die Grindflut". Eine Scheibe, die in keiner Weise zu einer Entpolarisierung in Bezug auf MILKING THE GOATMACHINE beitragen wird. Man liebt die zickigen Maskenträger und ihren doch recht eigenen Humor. Oder man hält sie für flachwitzreißende Sauermilchtrinker, die die Welt nicht braucht. 

Der tierliebe Rezensent hat schon seit "Back from the Goats... A Goateborg Fairy Tale" ein Herz für MTGM, und diese Zuneigung wird der aktuelle Rundling auch nicht schmälern. Aber bei den Goatmilk-Boys ist es ähnlich wie bei DEBAUCHERY  – kennt man ein Album, kennt man (eigentlich) alle. Dezente Ausbrüche aus dem bekannten Schema gibt es immer mal wieder, aber ansonsten weiß man stets genau, was einen beim Hören des neuesten Molke-Cocktails erwartet. 

Das ist bei "Nach uns die Grindflut" nicht anders. Wer mit MILKING THE GOATMACHINE kann, der wird auch beim Konsum des aktuellen Rundlings immer wieder ein breites Grinsen im Gesicht haben, ob des an allen Ecken und Enden vorhandenen Ziegenhumors. Und wer im musikalischen Bereich auf Death-lastigen Goatgrind mit fetten Slam-Elementen und wilden Ausbrüchen abfährt, den wird die Grindflut sicher nicht enttäuschen. 

Schmackofatzige Brocken wie "Kackeball", "Rettet den Wald  – esst mehr Biber", das herrlich sinnlose, vierzigsekündige "Waddema" oder "Ein Stall am Wörtersee" (Mit "Die Geissens"-Intro!) brettern herrlich fett aus den Boxen. Und der stampf-schleppende Titeltrack, der gleichzeitig auch als Albumcloser fungiert, walzt zum Ende hin noch einmal alles nieder, was nicht bei drei in der Melkanlage steht.

Was ein wenig fehlt, sind echte Neuerungen. MTGM bewegen sich zu 100% in ihrer Buchte, bzw. ihrer ziegenkotübersäten Comfort-Zone und wagen sich keinen Millimeter über die Schwelle der Stalltür hinaus. So muss der geneigte Hörer mit Altbekanntem leben. Das umfasst aber auch die nach wie vor extrem coolen Growls und Pig Squeals von Gevatter Udder. 

Fazit:

"Nach uns die Grindflut" bietet grundsätzlich nur Ziegenklone und Wiedergekäutes. Das Recycling findet jedoch auf einem durchgehend guten Niveau, so dass man mit den 14 (eine knappe Dreiviertelstunde umfassenden) neuen Stücken absolut seinen Spaß haben kann (eine gute Soljanka schmeckt ja auch am besten, wenn sie mindestens zweimal aufgewärmt wurde). Über die Gesamtdistanz fehlt allerdings ein wenig die Abwechslung. Deswegen erscheinen solide drei Punkte gerechtfertigt. Mehr wird es aber nicht.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Ernst Lustig (24.06.2022)

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