Supersonic Blues Machine - Voodoo Nation

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VÖ: 24.06.2022
Bandinfo: SUPERSONIC BLUES MACHINE
Genre: Blues Rock
Label: Mascot Label Group - Provogue Records
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Lineup  |  Trackliste

Wenn man täglich eine riesige Auswahl an Neuerscheinungen hat, wie wir Redakteure, dann kommt man nur mehr selten so richtig ins Jubeln und Schwelgen, weil sich leider sehr viel 0815-Sound unter den neuen Werken befindet, der nicht weiter auffällt und nicht in Erinnerung bleibt.

Zum Glück gibt es aber auch Juwelen am Musikhimmel, die die „Arbeit“ zum Genuss werden lassen. Diejenigen, die für einzigartigen Sound stehen, müssen nicht unbedingt die bekanntesten Bands sein. Es können gerne solche sein, die einfach saugute Musik machen, weil es ihnen im Blut liegt. Und die einen unvergesslichen Eindruck hinterlassen, sodass man sofort aufhorcht, wenn man den Namen wieder hört, und es einen in den Fingern juckt, sich das neue Album zu krallen, von dem man hört.

Eine Band, bei der es mir 2016 beim Debutalbum „West Of Flushing, South Of Frisco“ so ergangen ist wie beschrieben, und ich mich wochenlang nicht vom Album trennen konnte und es auf jedem Player in meiner Nähe laufen hatte, ist SUPERSONIC BLUES MACHINE. Seit damals ergeht es mir jedes Mal gleich. Die Jungs haben was Neues gemacht? Muss ich mir sofort krallen! Und so landete natürlich auch das aktuelle Album „Voodoo Nation“, sobald es vorhanden war, bei mir. Das war die absolut richtige Wahl, denn „Voodoo Nation“ ist wiederum ein TOP Album, dem ich mit ruhigem Gewissen fünf Punkte geben kann, und das täglich auf meiner Playlist ist.

Wer steckt nun hinter dieser Band, die ich in so hohen Tönen lobe, und was macht sie so besonders? SUPERSONIC BLUES MACHINE ist – nona, steckt ja im Namen – eine Bluesrock-Band, die den klassischen Blues in den Adern hat und ihm zusätzlich einen modernen Stil einhaucht. Produzent und Bassist Fabrizio Grossi hat sich 2015 mit Schlagzeuger Kenny Aronoff zusammengetan, um mehrere Songs aufzunehmen, die er mit seinem Freund Billy F. Gibbons (ZZ TOP), mit dem er jammte, geschrieben hatte. Da Billy mit seinem Hauptprojekt ZZ TOP genug Arbeit hatte, wurde noch Gitarrist und Sänger Lance Lopez in die Band geholt. Dieser wurde jedoch recht rasch, nämlich 2018, durch den Briten Kris Barras ersetzt. Der Wechsel des Sängers/Gitarristen hat dem Sound keinen Abbruch getan, sondern Kris Barras hat sich nahtlos in das Trio eingefügt und den unverwechselbaren bluesigen Sound der Band erhalten.

Das, was die Alben von SUPERSONIC BLUES MACHINE so einzigartig macht, ist einerseits der Stil der Band und andererseits die große Anzahl an Gästen aus der Blues-Branche, die auf jedem Album vertreten ist. Hier reihen sich zahlreiche bekannte Namen unter die Gäste auf dem Album. Waren es 2016 zum Beispiel Billy F. Gibbons, Warren Haynes, Eric Gales, Walter Trout oder Robben Ford, sind es nun zum Beispiel Kirk Fletcher, Josh Smsith und wiederum Eric Gales. Dabei haben die Jungs die Hilfe dieser Koryphäen gar nicht nötig, sind sie selbst doch erstklassige Musiker und Songwriter.

Auf „Voodoo Nation“ findet man 12 neue Songs, von denen jeder ein Gustostückerl ist. Insofern alle zu beschreiben, wäre nun ein extrem langer Aufsatz. Also gibt es eine Zusammenfassung und ein paar Anspieltipps von mir.
Grundsätzlich ist bei allen Songs zu sagen, dass sie einen wunderbaren Blues-Vibe beinhalten, mit der typischen Blues-Gitarre, die einen genialen Sound liefert, könnerischem Bass, groovenden Drums und hervorragenden Vocals sowie genialen Backing-Chor-Einsätzen. Natürlich fehlen typische Blues-Instrumente wie Mundharmonika oder das gelegentliche Piano/Keyboard auch nicht. Der Sound ist oft im Southern Stil, hat aber auch soulige und rockige Anteile und groovt, sodass man sich ihm einfach nicht entziehen kann. Oder er steckt voller Emotion, wo richtig schön der "Blues" kommt. Da ist alles dabei, von mitrocken, mitsingen, wohligem Gefühl, Gänsehaut-Gefühl, Lagerfeuer-Feeling, Heulen, bis hin zu tiefen Emotionen. Man sieht, ich komme schon wieder ins Schwelgen, aber die Jungs haben es nun mal drauf, und dass will ich euch spüren lassen. Also an die Blues-Fans: unbedingt anhören. Und das gleiche gilt für die Rock-Fans. Diese Band hat das gewisse Etwas, und da wird jeder fündig, ausgenommen die ganz harte Truppe wahrscheinlich.

Ein Anspieltipps ist auf jeden Fall das groovige und basslastige „Coming Thru“ mit lässiger Mundharmonika, vielen Mini-Gitarrenschmankerln, souligem Gesang und akzentuierendem Chorus. Ein Blues-Song mit viel Emotion und auf der weichen Seite – also einer, der das ursprünglich bluesige hat – ist „Is It All“ mit Joe Louis Walker. Sehr schön, sehr rund, hingebungsvoll gespielt und gesungen. Ein wunderbar harmonisches Stück. Genauso schön bluesig die Nummer „I Will Let Go“ mit Kirk Fletcher. Mit einem harmonischen Chor und weich fließenden Riffs, zarten Orgelklängen und dann wieder einer herausragenden Sologitarre. Einfach ein Klasse Song.

Auch noch anführen möchte ich den Titeltrack „Voodoo Nation“, eine der Nummer ohne Gast. Dieses Stück ist kreativ, jazzig, rockig, mit 60er psychedelischer Orgel, einer Mischung aus krassen Gitarrenklängen, die in eine weibliche Stimme übergehen und retour. Der „Huuuu-Huuuu“ Chor ist auffällig und hängt im Ohr. Einfach eine Summe an kreativen Ideen, ausgezeichnet umgesetzt in einen jazzigen Blues, den man nicht oft hört. 

Fazit: Hervorragender Blues, mal jazzig, rockig und dann soulig oder mit Country Feeling – es ist einfach alles dabei. "Vodoo Nation" ist erneut ein ausgezeichnetes Album geworden, das sehr harmonisch und variantenreich ist.



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Lady Cat (28.06.2022)

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