ENTRAILS - An Eternal Time Of Decay

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VÖ: 24.06.2022
Bandinfo: ENTRAILS
Genre: Death Metal
Label: Hammerheart Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Die Swedish Death Metal-Partie ENTRAILS weilt unter den Lebenden und macht seit 2008 Nägeln mit Köpfen. Ihre Backgroundgeschichte ist ein wenig merkwürdig, Hammerheart Records behauptet, dass die Band bereits 1990 existiert hat, aber eine offizielle Demo gab es nie. Angeblich waren die Herrschaften mit ihren Aufnahmen unzufrieden, was eine Veröffentlichung verhinderte. Es sei mal dahingestellt, ob die Story auf wahren Begebenheiten basiert. Laut der Encyclopaedia Metallum waren ENTRAILS anscheinend bis 1998 aktiv, dann war Schluss und zehn Jahre später gab es ein Revival. Schon seltsam. Nichtsdestotrotz ist ihr Swedish Death Metal-Gedresche eine Wucht, heruntergestimmte Gitarrensägen fräsen sich durchs Genick, und mit viel Schwung kriegt man Trommelschläge im Doublebeat in die Magengrube.

„Fear The End“ zählt zu den Songs der beschriebenen Sorte, ein Massaker der unfeinen Art, das Köpfe zum Kreisen bringt. Borg (Schlagzeuger) kennt keine Grenzen, was sein Beatrepertoire betrifft und ballert mit gnadenloser Härte ins Fell. Wenn die Ansage „Wake the dead! Wake the dead!“ in der Nummer “The Dead” ertönt, dann legen ENTRAIS erst richtig los. Nach ein paar Mal Hineinhören schreit man vor Vorfreude, auf das, was kommt, schon mit „Wake The dead!“ Die Songtitel „Slayed To A Pile Of Flesh“, „Dead By Evil“ und „Reborn In Worms“, erzählen eigentlich schon die ganze Geschichte: sterben und wiederauferstehen. Das zeugt nicht gerade von philosophischem Tiefgang, ist aber kein Muss bei Oldschool Death Metal-Bands. Man erfreut sich an dem brutalen Sound, den ENTRAILS auf jeden Fall intus haben, und das reicht vollkommen.

Dan Swanö, der fürs Mastering verantwortlich ist, gilt in der Metalszene als Koryphäe. Wo er seine Finger im Spiel hat, weiß man, dass etwas Gutes dabei rauskommt. Swanö hat schon mit einigen Death-Größen wie DAWN OF DISEASE zusammengearbeitet und der Erfolg, von „Ascension Gate“ ist unter anderem seinem Talent am Mischpult geschuldet. Er hat den richtigen Riecher bei der kanadischen Band gehabt [hmmm...liegt Osnabrück jetzt in Kanada? Anmerkung des Lektorats], und das ist bei ENTRAILS auch nicht anders. Die Gitarren klingen tight, die Grunzer abartig, einfach herrlich. Im Vergleich zum vorherigen Album „The Tomb Awaits“ klingt der Sound ausbalancierter, weil da waren die Volume-Regler beim Mischen bis zum Anschlag aufgedreht, einfach zu laut und zu chaotisch. Bei „An Eternal Time Of Decay“ wurde die Lautstärke ökonomischer gehandhabt, ohne den brutalen Sound zu verlieren.

Was mich am meisten begeistert, sind die Drumbeats. Sie geben den Liedern den Drive, der die Ohren richtig auf Trapp hält, präzise, hastig, purer Wahnsinn. Die Gitarristen bereiten einen gut darauf vor, wann man die Birne ins Schleudern bringen soll. Der Neckbreaker-Moment wird mit einem Riff angeteasert, die Stimmung wird aufgebauscht und wenn das Schlagzeug in die Trommel knallt, dann rollen die Köpfe. Ich hätte mir mehr Tiefgang bei den Lyrics gewünscht, weil über das Untoten-Thema singt gefühlt jede zweite Death Metalband. Trotzdem ein schwungvolles Todesmassaker.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Julian Dürnberger (27.06.2022)

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