SILENT RUNNING - War In My Head

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VÖ: 00.05.2022
Bandinfo: SILENT RUNNING
Genre: Hard Rock
Label: Iron Friends Recordings
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

SILENT RUNNING sind seit fünf Jahren die neue Spielwiese von Peter "Paule" Fincke, dem Schlagzeuger der bekanntesten Heavy Metal-Band der ehemaligen DDR, FORMEL 1. Gemeinsam mit Sänger und Gitarrero Ole, Zweitaxtschwinger Tom, Tastenmann Eisi und Tieftöner Bernd bildete Paule seit 2017 ein stabiles Lin-Up (das der Bassist gesundheitsbedingt nach der Einspielung des Albums leider verlassen musste und von Uwe ersetzt wurde).

Das Berliner Quintett hat vor einiger Zeit dem Bandnamen das Kürzel O.C.P.R. hinzugefügt, das für 'Olds Cool Prog'n'Roll' steht. Ziemlich treffend, denn zum einem handelt es sich bei den stillen Läufern um alte Haudegen. Zum anderen passt die eigene Klassifizierung als Prog'n'Roll recht gut auf den Sound von SILENT RUNNING. Grundehrlicher, groovender, mitreißender Hardrock bildet das Grundgerüst, das immer wieder mit progressiven Elementen und hier und da auch mit einer guten Portion Metal und Härte veredelt wird. Dabei arten die Prog-Parts nie in Gefrickel aus. Die Songs sind durch die Bank eingängig und werden von tollen Melodien und Hooks getragen. 

Voranpreschende Stücke wechseln sich mit verhalteneren Songs ab. Und mit dem Longtrack "Cry" hat man sogar eine waschechte Powerballade im Gepäck, eine emotionale Nummer mit großartigem Solo, die trotz ihrer über acht Minuten Laufzeit zu keiner Sekunde langweilig wird und dafür umso ergreifender aus den Boxen tönt.

Für die Stücke "Devils In Heaven", "Sick Of" und "Iron Friends" haben SILENT RUNNING sich mit Gastmusiker Todd Phipps Unterstützung von einem absoluten Hammond-Orgel-Experten geholt. Todd verleiht den genannten Songs mit seinem virtuosen Spiel einen unvergleichlichen Vibe. "Sick Of" und "Iron Friends" erinnern in Teilen sogar an die göttlichen ASHBURY und verbreiten eine geradezu magische Atmosphäre. Der Album-Closer mischt dann die vorgenannten Trademarks mit einer Prise Deutschrock à la KÄRBHOLZ & Co., was sich auch im kernigen, aber von Herzen kommendem Gesang in dieser Nummer widerspiegelt.

Aber auch der knackige Opener mit seinem einprägsamen Chorus sowie die schwermetallischen Riffs und die Brachialität des Titelsongs machen eine gute Figur.  Dazu gesellt sich "The River", das mit coolem MOTÖRHEAD-Drive aufwartet, dem die Nummer aber sogleich als Konterpart ziemlich spacige 80s Keys und die schon erwähnte Hammond-Orgel entgegensetzt. Sehr schönes Kontrastprogramm. 

Die progressive Note der einzelnen Stücke erzeugen SILENT RUNNING nicht wie heutzutage üblich durch ellenlange Gitarrenspielereien, die irgendwann nur noch nerven. Es ist vielmehr die Gesamtkonzeption der Songs, die der Musik so ein gewisses RUSH-in-ihrer-"Hold Your Fire"-Phase-Flair verleiht. Nur dass SILENT RUNNING eben noch eine ordentliche Schippe Härte und Power obendrauf packen.

Fazit:

Auch wenn die 'Alten Herren' von SILENT RUNNING schon einige Jahrzehnte Lebenserfahrung mit sich rumschleppen: Für ein gutes Debüt-Album ist es nie zu spät. Und genau das liefern die Berliner mit "War In My Head" nach zwei Jahren Entstehungszeit ab. Kraftvoller, rock'n'rollender Heavy Rock trifft auf progressive Elemente und allerlei abwechslungsreiche Würz-Zutaten. Das ergibt unterm Strich ein wirklich gelungenes Erstwerk.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Ernst Lustig (14.07.2022)

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