MEFISTO - Phosphorus

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VÖ: 13.07.2022
Bandinfo: MEFISTO
Genre: Death / Thrash Metal
Label: GMR Music Group
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

MEFISTO stammen aus der der goldenen Thrash-Ära der Achtziger, aus der nur ihre Demos bekannt sind. Erst 2017 begannen sie Alben rauszuhauen, von denen „Octagram“ (2019) den größten Erfolg in der Metalszene brachte. Musikalisch waren sie im Kern noch die alten Thrash-Haudegen, entschlossen sich aber einen progressiven Death-Weg einzuschlagen. Durch gurgelnden Grunzgesang und heftiges Trommeldreschen wurden sie in die Death-Grube hinabgezogen, und jetzt kriechen sie wieder aus dem Loch. Mit „Phosphorus“, wenden sich die Schweden zu einem modernen atmosphärischen Death Metal, der sie von ihren Achtziger-Wurzeln fast endgültig trennt. Schuld daran sind neue Postenbesetzungen, die für großes Aufsehen in der Metal-Community sorgen.
 
DARK FUNERALs Gitarrist Chaq Mol, Impaler von der Allstar-Band FIRESPAWN, Schlagzeuger Barkensjö von WITCHERY und CANDLEMASS Keyboarder Carl Westholm haben sich der Band angeschlossen. Von der Originalbesetzung ist nur mehr eine Person übrig, nämlich Robert „Thord“ Granath, der damals in den Achtzigern Schlagzeuger war und 2016 zum Mikrofon wechselte. Mit der kompletten Umgestaltung der Band sind die neuen Einflüsse einhergegangen, aber MEFISTO versprechen an ihren Wurzeln festzuhalten, was ihnen nicht wirklich gelingt. „The End Of All Light“, „Evocating The Necromancer“ und „Hellhounds“ kann man noch als Thrash Metal-Nummern hochhalten – die restlichen sieben Lieder kratzen nur leicht an der Genreoberfläche.
 
Das soll nicht heißen, dass man „Phosphorus“ in die Tonne treten soll. Was den eingefleischten Thrash-Maniac zum Seufzen bringt, löst in Deathmetallern mit Atmofetisch Freude aus – denn Synthmeister Westholm (CANDLEMASS) zaubert Frauenchöre, spooky Teremintöne und Elektro-Orgelblasen in die Musik, die „Demigod“ und „Book Of Death“ zu Highlights des Albums machen. Mols (DARK FUNERAL) Gitarrenkünste versprühen, in Kombination mit dem Synthsound, zu einem melodisch düsteren Abenteuer, das zwar nicht thrashy klingt, aber trotzdem einen umhaut. Den absoluten Ohrgasmus verursacht „Hellhounds“, wenn Barkensjö (WITCHERY) ein Trommelfeuer entfacht, das dir Feuer unterm Hintern macht.

Wer die Videopremiere nicht verpassen will:


 

MEFISTO haben sich komplett neu aufgestellt und sich weiter von ihren musikalischen Wurzeln entfernt. Sie halten noch daran fest, nur eben bleibt es bei einem Versuch. Dennoch bin ich den vielen Postenwechseln gegenüber positiv gestimmt, es ist ein fairtrade gewesen, weil die Originalbesetzung durch Musiker ersetzt wurde, die etwas auf dem Kasten haben. Wer mit genretechnischen Scheuklappen an „Phosphorus“ herangeht, wird enttäuscht werden. Normalerweise stehe ich Veränderungen skeptisch gegenüber und bei der Band sind reichliche davon geschehen, aber sie haben es passabel hinbekommen. Mein Resümee: Achtziger Thrash ist passé, atmosphärischer Death Metal okay.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Julian Dürnberger (08.07.2022)

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