AETERNAM - Heir Of The Rising Sun

Artikel-Bild
VÖ: 02.09.2022
Bandinfo: AETERNAM
Genre: Death Metal
Label: Eigenproduktion
Hören & Kaufen: Webshop
Lineup  |  Trackliste

Es ist interessant, den Werdegang der Kanadier von AETERNAM zu verfolgen: das erste Full-Length-Album „Disciples Of The Unseen“ war eine sehr positive Überraschung, und der Vertrag bei Metal Blade schien eine rosige Zukunft für die Jungs um Achraf Loudiy zu prophezeien. Das folgende „Moongod“ erschien dann beim kleineren Label Galy Records, bevor die folgenden Alben bei AFM Records („Al Qassam“) und dann in Eigenregie („Ruins Of Empires“) herausgebracht wurden.

Was hinter der Geschichte steckt, sei mal dahingestellt, in Punkto Qualität muss man sagen, dass sich die Oriental-Metaller über die Jahre hinweg keineswegs verschlechtert haben. Das merkt man auch am vorliegenden „Heir Of The Rising Sun“ (einem eher konzeptuellen Album über die Geschichte von Byzanz bzw. Konstantinopel), das den Weg der Quebecer konsequent weiter geht.

Zählte man am Anfang (bei „Disciples…“) noch eher zu den jungen Wilden, hat sich über die Jahre ein stärkerer Fokus auf Songwriting und komplexere Arrangements herauskristallisiert. Das wird schon beim ersten richtigen Track („Osman’s Dream“ ist eher ein Erzähl-Intro mit dezenter, folkig-symphonischer Begleitung) offensichtlich, denn „Beneath The Nightfall“ spielt mit Versatzstücken aus Melodic Death, orientalischen Melodien und ausladenden Chören. Zur Vielschichtigkeit trägt auch der gelungene Mix aus cleanen Vocals und Growls bei, womit hier die Dynamik im Song nochmal unterstützt wird. „Irene“ und „Nova Roma“ wechseln gekonnt zwischen rockigen Riffs und epischen Momenten, und wie bei „Beneath The Nightfall“ sind die Refrains dann die zupackenden Momente.

Nach einem wieder folkigen, Gedicht-lastigen Zwischenspiel („Kasifi’s Verses“) kommt ein leichter Einschlag in Richtung nordischer Death Metal, was auch durch den Wikinger-Style Chor, den Text und das Riffing unterstrichen wird. Nach dem eher nichtssagenden „The Treacherous Hunt“ und dem Kirchenchor bei „Akhatist Hymn“ wird es bei „The Fall Of Constantinople“ wieder düsterer und härter, was das Album fein abrundet.

Dem gesamten Album mangelt es im Vergleich zu früher etwas an Härte und Aggressivität, und durch den oft ähnlichen Songaufbau fehlen etwas die Überraschungsmomente. Aber insgesamt ist „Heir Of The Rising Sun” wieder eine hochklassige Scheibe, wie man es sich mittlerweile von AETERNAM erwarten kann.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Luka (26.08.2022)

WERBUNG: Hard
ANZEIGE