MACHINE HEAD - Of Kingdom and Crown

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VÖ: 26.08.2022
Bandinfo: MACHINE HEAD
Genre: Thrash Metal
Label: Nuclear Blast GmbH
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Lineup  |  Trackliste

Nachdem „Catharsis“ (2018) nicht als besonderer Höhepunkt der Diskographie von MACHINE HEAD im Gedächtnis geblieben ist, startet Robb Flynn mit „Of Kingdom And Crown“ einen hoffentlich besseren Versuch. Mit zwei neuen Musikern an seiner Seite (Waclaw Kieltyka und Matt Alston) sollte das Szeneurgestein aus Oakland einen gehörigen Motivationsschub bekommen haben. Als Zeichen ihrer aggressiven Attitüde haben MACHINE HEAD auf „Of Kingdom And Crown“ sogar eine eigene Schriftart/Schreibweise gewählt und konsequent durchgehalten, was aber meiner Meinung nach etwas zu gewollt und grenzwertig peinlich wirkt und „Øf Kingdøm And Crøwn“ nicht gerecht wird.

Wie man von ihren Meilensteinen „Through The Ashes Of Empires“ und „The Blackening“ weiß, laufen MACHINE HEAD in ihren Longtracks zur Höchstform auf, da trifft es sich blendend, dass das Album mit dem gut 10-minütigen „Slaughter the Martyr“ startet. Nach einem ruhigen Beginn schaltet die Band direkt in den höchsten Gang und feuert eine Riffsalve nach der anderen ab, was sich unter dem Strich qualitativ dann doch deutlich an die zuvor genannten Alben annähert. Große musikalische Überraschungen bleiben dem Hörer zum Glück erspart. MACHINE HEAD konzentrieren sich auf ihre Stärken, welche äußerst songdienlich auf den Punkt gebracht werden.  Das dem gesamten Werk übergeordnete Konzept bleibt ergänzendes Beiwerk, die Songs können auch einzeln glänzen. Spieltechnisch und klanglich war man bei MACHINE HEAD eigentlich schon immer wunschlos glücklich, besonders positiv fällt dieses Mal der Gesang auf. So abwechslungsreich hat Bandkopf Robb Flynn bisher noch nie geklungen, da wird spielerisch zwischen dem üblichen Gebrüll und richtig starken Klargesang gewechselt, was in Kombination mit den ebenfalls deutlich verbesserten Backing-Vocals großartige Harmonien ermöglicht. Ein gutes Beispiel dafür ist das rasante „Become The Firestorm“, das im Chorus klassische Thrash-Vocals mit Falsett-artigem Gesang verschmelzen lässt und für mich zu den Höhepunkten des Albums zählt.

MACHINE HEAD läuten in neuer Besetzung eine Hochphase ein und trümmern auf „Of Kingdom And Crown“ als ob es das durchwachsene „Catharsis“ nie gegeben hätte. In dieser Form kann man sich als Fan nur freuen, dass Robb und seine Jungs ein Lebenszeichen von sich geben und man sollte sich umgehend eine Karte für das Konzert in der Wiener Stadthalle Mitte September kaufen, solange noch welche verfügbar sind.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Michael Walzl (05.09.2022)

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