KALAH - Descent Into Human Weakness

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VÖ: 19.08.2022
Bandinfo: KALAH
Genre: Melodic Metal
Label: Pure Steel Records
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Lineup  |  Trackliste

Irgendwie müssen wir ja momentan alle den Gürtel enger schnallen. Überall muss gespart werden – warum also nicht auch bei der Musik. Und so veröffentlichen die Melodic Metaller KALAH auf ihrem ersten Full-Lenght Album kurzerhand die zweimal vier Songs von ihren beiden bisherigen EPs und packen nochmal vier neue Songs drauf. Kann man so machen, die EPs kennt ja ohnehin kaum jemand. Aus diesen beiden Veröffentlichungen namens "Descent" und "Human" leitet sich übrigens auch der Albumtitel ab.

Die Band aus dem historischen Bologna hat sich die Fusion von Elektronik und Metal auf die Fahnen geheftet und will damit den Retrogaming-Vibe der 1980er Jahre heraufbeschwören. Ich bin zwar angeblich ein Boomer, aber was damit gemeint sein könnte... keine Ahnung. Irgendwas mit Keyboards jedenfalls. Egal. Als leidenschaftlicher Nicht-Zocker lasse ich diese Info mal einfach so stehen und widme mich der Musik.

Kurz auf den Punkt gebracht versorgen uns KALAH mit modernem Melodic Metal mit – wie bereits erwähnt – starkem Fokus auf elektronische Spielereien. Die Gitarren spielen auf diesem Album eine eher untergeordnete Rolle, sind aber dennoch gut präsent. In der ersten Hälfte des Albums beschränken sich die beiden Gitarristen hauptsächlich auf stakkato-Riffing, mit fortlaufender Dauer glänzen sie dann auch immer wieder mal mit melodischen Soli – wie etwa bei "Pit Of Violence". Die Stimme von Claudia Gigante (was für ein Name!) erinnert streckenweise an jene von Sharon den Adel von WITHIN TEMPTATION. Nicht die schlechteste Referenz also, und doch ist das musikalische Angebot ein völlig anderes. Härter, schräger – insgesamt gar nicht unspannend! "Descent Into Human Weakness" ist gespickt mit vielen Songs, die sich spätestens nach dem dritten Durchlauf in den Gehörgängen festsetzen. "Mit Six Feet Underground" und "Ejecta" sind die potenziellen Hits dieses Albums schnell ausgemacht. Wer zu elektronischer Musik tanzen kann, möchte das hier vermutlich gerne tun. Bei "Side Effects" dachte ich gar kurz, es hätte sich ein alter SCOOTER Hadern in meine Playlist verirrt. Zum Glück kamen dann doch noch Gitarren dazu.

KALAH setzen sich in eine Nische, die nicht allzu oft bedient wird. Metalfans, die keine Berührungsängste mit Elektronik haben, werden mit "Descent Into Human Weakness" ihre helle Freude haben. Alles andere als ein gewöhnliches Metal-Album. Gefällt mir.

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: adl (19.09.2022)

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