MARTIN PERTICONE - Stuff In The Basement

Artikel-Bild
VÖ: 28.11.2022
Bandinfo: MARTIN PERTICONE
Genre: Melodic Rock
Label: Lions Pride Music
Lineup  |  Trackliste

Melodischer Rock aus Südamerika ist anscheinend en vogue. Einer der interessantesten Acts ist Martin Perticone (AKA “Perticone Underdog”) aus Buenos Aires, der in seiner Heimat schon eine beachtliche Karriere hinter sich gebracht hat.

Wie schon oft hat der griechische Topmanager Chris Siloma dessen Potential erkannt und ihn für das dänische Label Lions Pride Music verpflichtet – beste Voraussetzungen für den internationalen Durchbruch. Dieses soll mit „Stuff In The Basement“, dem zweiten Full Lenght Album des Argentiniers gelingen. Bei seinem Debüt „Underdog“ waren namhafte Gäste wie Eric Martin und Steve Overland beteiligt, sodass die Erwartungshaltung bei Insidern doch einigermaßen groß ist.

Und – ich kann’s vorwegnehmen – man wird nicht enttäuscht sein. Ich habe schon lange nicht so ein abwechslungsreiches Stück Musik gehört. Eine so große Vielfalt von Inspirationsquellen ist selten zu verzeichnen. Wunderbares Westcoastfeeling bestimmt den Opener „Blame It On Me“, verstärkt mit Sax – einlagen, ein toller Beginn. „End Of The Line“ bringt modernen skandinavischen Melodic Rock bester Güter, nicht mehr und nicht weniger. Das folgende „Name Without A Face“ erinnert mich an DEF LEPPARD der „Slang“ Ära, interessant aufgebaut mit lässigem Feeling. „Save Me Tonight“ wiederum besticht neben den schönen Melodien mit Chören, wie sie LITTLE RIVER BAND in ihrer Hochphase Ende der 70er Jahre perfektionierten. Geographisch und musikalisch ganz anders gelagert ist „Game For Fools“, nämlich in Nashville bei den Countryrockern, stilecht mit Steel Guitar und Mundharmonika. In der Zeit noch weiter zurück geht Perticone meiner Meinung nach zurück: Ende der 60er Jahre könnte „Waiting“ angesiedelt sein, besticht der Song doch mit psychodelischen Klängen der Swinging Sixties, eine wunderschöne Klangcollage. Wieder ganz anders „Let's Get Lost Tonight“, ein poppiger Rocksong oder ein rockiger Popsong, wie immer man will, jedenfalls ein klassischer Ohrwurm. Natürlich beherrscht der Argentinier auch ruhigere Töne: „What Went Wrong (I Wonder)“ ist aber keine kitschige Herz- Schmerzballade, sondern ein wunderschöner, langsamer AOR Song. Aufgelockert wird die Chose nun mit einem Zwei- Minuten-Zwischenstück: „When It Rains“ mit einer Gitarrenbegleitung wie sie Duane Eddy (and his Twangy Guitar) so beherrscht hatte. AOR vom Allerfeinsten beschließt mit „Falling“ ein Topalbum, das hoffentlich auch außerhalb vom lateinamerikanischen Raum einschlagen wird!

Wie erwähnt ist Abwechslung der große Trumpf, aber allen Songs sind schöne, interessante Melodiebögen, eine stimmige Harmonie und eine tadellose Produktion eigen.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Wolfgang Kelz (28.11.2022)

WERBUNG: Hard
ANZEIGE