NECRODEATH - Singin' in the Pain

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VÖ: 28.11.2022
Bandinfo: NECRODEATH
Genre: Black Metal
Label: Time To Kill Records
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Lineup  |  Trackliste

Das italienische Urgestein NECRODEATH ist aus der Blackened Thrashszene kaum wegzudenken. Das 1984 erschienene „The Shining Pentagram“-Demo wird bis heute in hohen Tönen gelobt, doch in letzter Zeit ist es still um die Band geworden. Lediglich eine Single haben sie ihrer Community als Leckerli hingeworfen - aber mit „Singin' in the Pain“ gibt es das wohlverdiente Thrasher Fressi.

Für das 37-Minuten-Album haben NECRODEATH keine Mühen gescheut und Unterstützung aus der britischen Metalszene geholt. Die Story hinter „Singin' In The Pain“ wird von einem Erzähler begleitet, der niemand Geringerer ist als der Frontmann von VENOM Inc. und Ex-Mitglied von VENOM Tony Dolan.

Basierend auf der Geschichte der „Clockwork Orange“-Novelle wird über Bandenkriege („Gang Fights“), köstlicher Milch („Delicious Milk Plus“) und das Ausmaß ultimativer Gewalt („The Insane Ultraviolence“) gesungen. In dem Buch geht es um eine zukünftige Welt, wo die Gesellschaft kalt und brutal geworden ist. Der Soziopath Alex ist ein Kind dieser Gesellschaft und zieht mit seiner Gang durch die Straße, um zu schlagen, zu morden und zu vergewaltigen. Die Story schreit förmlich danach als Textmaterial für ein Metalalbum herzuhalten – das haben sich NECRODEATH auch gedacht.

Die Lieder von "Singin' in the Pain" klingen progressiver als jene vom "The Age of Dead Christ"-Album und so brutal wie jene vom "Fragments Of Insanity"-Album. „Transformer Treatment“ punktet nicht mit seiner Geschwindigkeit, dafür mit seinem Neckbreaker-Riff, zu dem es einen herrlich schaurigen Aufbau gibt: klirrende, schrille Melodien und brummende Basslines bereiten einen gut vor, bevor das genickbrechende Finale folgt.

„Gang Fight“ ist der klassische Haudrauf-Metalsong, ganz im Stile von NECRODEATH, und steht mit seinem Grad an Brutalität auf demselben Level wie „Enter My Subconscious“ (Defragments Of Insanity, 2020). Die Italiener haben das Beste aus den Vorgängern herausgeholt und ins neue Album hineingepackt.

Endlich einmal gibt es tatsächlich neues Material von NECRODEATH und kein aufgewärmtes vom Jahr Schnee, wie das Reissue „Defragments Of Insanity“. Ihre Mühen für das Konzeptalbum haben sich bezahlt gemacht und sind der Grund dafür, dass „Singin' in the Pain“ ein Fest für die Ohren ist. Mitten in die Fresse klatschen sie einem die kranke Welt der Clockwork Orange-Novelle, mit Kreissägen-artigem Gesang, präzisen Trommelsalven und heulenden Gitarren. Die geballte musikalische Brutalität dringt in dich ein und prügelt aus dir die Worte „ULTRA VIOLENCE! ULTRA VIOLENCE!“ heraus.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Julian Dürnberger (28.11.2022)

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