FB1964 - Malleus Maleficarum

Artikel-Bild
VÖ: 17.10.2022
Bandinfo: FB1964
Genre: Heavy Metal
Label: Eigenproduktion
Hören & Kaufen: Webshop
Lineup  |  Trackliste

FB1964 bleibt ein Mysterium und will das offenbar auch so bleiben. Was wir bislang wissen: Die Initialen "FB" stehen für Band(?)-Kopf, Gitarrist  und Produzent Frank Badenhop, "1964" für sein Geburtsjahr. Der Bursche hat sein eigenes Label ("Borncamp Records") und die Einnahmen aus dem Verkauf gehen zumeist an die Regenwaldrettung. Zudem scheint der Hauptprotagonist außerordentlich gute Kontakte zu haben, denn auf seinen Scheiben tummeln sich zumeist bekannte Namen. Bislang haben wir von ihm "Dreams And Nightmares" und die Coverscheibe "German Steel" reviewed. Näheres war bislang nicht in Erfahrung zu bringen, es gibt keinerlei Interviewmöglichkeiten und auch auf den üblichen Social-Media Plattformen gibt's da nicht wirklich viel, außer der Bandcamp-Seite zu entdecken. Mit Promotion hat man es also nicht so wirklich, was sowohl schade als auch verwunderlich ist, will man doch etwas über den Hintergrund einer Scheibe und zur Entstehungsgeschichte (gerade bei bekannten Namen) wissen und auch Alben verkaufen. Gerade wenn  das Album offenbar auch zu Charity-Zwecken eingespielt wurde. Aber es ist wie es ist, und es bleibt somit nur die Musik zu würdigen. 

Auf "Malleus Maleficarum" sind unter anderem Chris Boltendahl (GRAVE DIGGER), Tim "The Ripper" Owens (ex-JUDAS PRIEST, KK'S PRIEST), Ronnie Romero (RAINBOW, MSG), David DeFeis (VIRGIN STEELE), Bobby Blitz (OVERKILL) und etliche mehr am Start. Überflüssig zu sagen, dass uns weder eine Promoinfo noch das Produkt selber vorliegt, so dass man letztlich nur raten kann, wer was wo singt. Bei den aber durchaus charakteristischen Stimmen sollte dies nicht allzu schwer sein. Thematisch – so die Internetrecherche – geht es hier um die Hexenverfolgungen im 15. Jahrhundert.

Musikalisch würde ich das Ganze als groovigen, hymnischen Metal einstufen. Meist sind die Songs in schleppendem Midtempo angesiedelt. Der Opener "Creatures", auf dem (u.a.) RONNIE ROMERO seine mächtigen Vocals verewigt, ist ein guter Einstieg in das Konzeptalbum. Die Produktion ist hallend-voluminös und passt gut zum Stil. Ab und an gibt es auch Instrumente zu hören, die man nicht unbedingt sofort mit hart rockender Musik in Verbindung bringt, wie z.B. eine Violine in vorgenanntem Opener. 

Unverkennbare ROMERO-Vocals gibt es auch auf "Blasphemic Thoughts" zu hören, der ebenfalls schleppend beginnt, gegen Ende hin aber Tempo aufnimmt.

"Lack Of Order" trägt unmissverständlich den Stempel von Meister Boltendahl (im Duett mit einer weiblichen Stimme). Die bombastischen Chöre und die orchestrale Untermalung passen hier vorzüglich. Der Totengräber-Sänger gibt sich auch noch einmal auf dem etwas flotteren "Demons" die Ehre.

Auf "The Ultimate Truth" duellieren sich gesanglich David DeFeis mit Bobby "Blitz" Ellsworth auf hohem Niveau mit leichtem Punktsieg für Mr. Overkill, der sich da doch etwas abseits von seinem üblichen Terrain bewegt. Der Song erschlägt einen beinahe mit seinem Bombast.

"Evil's Priority" enthält ein Violinensolo (!), das Instrument wird offenbar von ALLY STORCH von SUBWAY TO SALLY gespielt.

In "God" brillieren SISTER-SIN-Fronterin LIV JAGRELL mit BECKY GABER. Hier gibt es Tempowechsel satt, Violinen, Folk-Elemente, alles, was man in acht Minuten Laufzeit reinpacken kann. Sehr gelungen!

Im von einem Mönchs-Choral eingestimmten Abschlusstrack "Torture" strapazieren (erneut) CHRIS BOLTENDAHL und der (wie immer aufgrund seines Gekreisches gewöhnungsbedürfte) TIM "RIPPER" OWENS ihre Stimmbänder, der Song hat einen absolut starken Refrain.

Das Ganze ist vom Konzept her durchaus mit AVANTASIA zu vergleichen, vielleicht sogar noch etwas bombastischer, dafür weniger metallisch und mit etwas Folklore ausgestattet. Mit einer größeren Plattenfirma und zumindest ein wenig Anstrengung, was Promotion angeht, würde das Teil sicherlich seine Abnehmer finden. So wird die Scheibe wohl leider unter dem Radar laufen, angesichts des Preises von ca. 8,00 Euro an sich ein Witz. Bestellbar ist das Ganze über die Bandcampseite der Truppe.

Hörproben auf Youtube gibt es aus offiziellen Quellen ebenfalls nur auf besagter Bandcamp-Seite. Von Videos reden wir schon mal gar nicht!

Sollte der Meister das Review lesen – wir wären auch mal interessiert an einem Interview – also bitte melde Dich :)



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Martin Weckwerth (19.01.2023)

WERBUNG: Hard
ANZEIGE