Samsas Traum - Heiliges Herz - Das Schwert deiner Sonne

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VÖ: 02.11.2007
Bandinfo: Samsas Traum
Genre: Symphonic Black Metal
Label: Soulfood Music
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Lineup  |  Trackliste

Der Erfolg mancher Bands lässt sich wirklich kaum erklären, aber gerade im deutschsprachigen Raum werden großkotzige Typen, die sich schlechten Kritiken zum Trotz durchgesetzt haben, gerne als neue Nationalhelden gefeiert. Denn international hätten, selbst dann wenn sie englisch singen würden, weder die ONKELZ, noch die SPORTFREUNDE STILLER oder gar Christina Stürmer eine Chance, dazu ist ihre Musik alleine einfach zu substanzlos.

Dessen sind sich auch SAMSAS TRAUM bewusst, und so spuckt man schon im Vorfeld der Albumveröffentlichung auf der eigenen Homepage ganz große Töne: „Auch gestalterisch überragt "Heiliges Herz" wahrlich alle Konkurrenten“ ... „In bester SAMSAS TRAUM - Manier präsentiert die bis dato schlagzeuglose Band aus dem Stand einen Weltstar in ihren Reihen“ (Nichts gegen Adrian Erlandsson, aber Weltstar??? Und von welcher Manier sprechen die??? Nur weil sie mal Alf Poier als Gaststar verpflichten konnten?) ... „Unbarmherzig dirigiert von Alexander Kaschte, dem im deutschsprachigen Raum besten Garanten für ruchlosen und zähnefletschenden Wahnsinn“...und in dieser Tonart geht es dann noch seitenlang weiter. Aber die als „Käferfreunde“ angesprochenen Fans wissen das ohnehin schon alles, und werden in Scharen zur Autogrammstundentour durch diverse Elektrogroßhandelsgeschäfte strömen.

Dabei heuchelt schon der Bandname eine Intellektualität vor, die zu keinem Zeitpunkt erreicht wird. Denn textlich ist das Niveau alles andere als hoch, auch wenn man diesmal auf so großartige Songtitel wie „Stromausfall im Herzspital“ oder „Ein Foetus wie Du“ verzichten muss. Die Texte bestehen meist nur aus sinnlosen Worthülsen, die eher für erheiterndes Grinsen, als für andächtiges Staunen sorgen. Der Gesang von Kaschte untermalt diese lyrischen Ergüsse sehr passend mit pseudobösen Gekreische, oder auch mal mit gekünstelter Theatralik im BLUMFELD Stil, da verkommt die Musik schon beinahe zur Nebensache. Zwar bietet „Heiliges Herz“ wieder mehr Black Metal Gepolter statt neuer deutscher Härte, doch auch dieses klingt ziemlich beliebig und vermag keinerlei Maßstäbe zu setzen.

Ohne dem ganzen Drumherum würde SAMSAS TRAUM nicht die geringste Beachtung finden. Doch Kaschte hat die medialen Spielregeln begriffen, und nützt diese auch geschickt zu seinem Vorteil aus. Vielleicht plant er ja nächstes Jahr für Deutschland am Songcontest teilzunehmen, das Zielpublikum ist ja mittlerweile Trash gewohnt und Alf Poier hat garantiert die richtigen Tipps auf Lager.



Bewertung: 1.5 / 5.0
Autor: bender (07.11.2007)

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