Palace Terrace - Flying Through Infinity

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VÖ: 16.11.2007
Bandinfo: Palace Terrace
Genre: Neoclassic Metal
Label: Lion Music
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

PALACE TERRACE sind das neueste Projekt des Gitarrenvirtuosen George Bellas. Dieses Mal wagt sich der sonst eher für instrumentale Musik bekannte Bellas auf ungewohnte Pfade: Auf dem Album "Flying Through Infinity" gibt es tatsächlich auch Vocals zu hören!

Und doch wird man beim rezipieren der am Promozettel enthaltenen Beschreibung etwas skeptisch. Ich zitiere: "PALACE TERRACE is a progressive and neoclassical rock band with a theatrical and modern edge. Their music combines superb musicianship, beautifully crafted melodies, unique harmonic progressions, compelling stories, counterpoint, large orchestrations, wide dynamics, odd meters, stunning vocal arrangements and elaborate forms". Ja, man darf den Autor jener Zeilen beglückwünschen: Phantasie dürfte der Mann genug haben! Doch wie das leider oft so ist, gleichen die Unterscheide zwischen Selbstbild und Fremdbild einer steilen, tiefen Klippe.

PALACE TERRACE agieren auf "Flying Through Infinity" wirklich auf eine sehr pathetische, (pseudo-)orchestrale und zum Teil neoklassische Art. Die musikalischen Fähigkeiten der Band stehen auch außer Frage: George Bellas beherrscht sein Instrument perfekt und kann somit mit technischen Kabinettstückchen glänzen, die nicht viele Gitarristen schaffen würden. Mit Jonathan Marshall steht ihm ein Tenor zur Seite, der eine dementsprechende Ausbildung hinter sich hat und somit vom technischen Standpunkt ebenfalls überzeugt.

Und doch funktioniert auf "Flying Through Infinity" kaum etwas: Hier wird geklimpert was das Zeug hält, doch interessante Strukturen lassen sich kaum erkennen. Die Stücke sind furchtbar theatralisch, lassen den berühmten roten Faden aber vermissen. Die tollen Melodien fehlen auf "Flying Through Infinity" komplett! Stattdessen versuchen PALACE TERRACE mit einer verworrenen und anstrengenden Musik zu glänzen, die versucht an QUEEN in ihren bombastischten Phasen zu erinnern. Der "Prophet's Song" von QUEEN kommt mir aufgrund der aufgesetzten Chöre und zum Teil epischen Songstrukturen öfter in den Sinn. Doch während QUEEN geschickt zwischen verschiedenen Atmosphären wechselten und auch bei den längsten Stücken auf den Punkt kamen, dümpeln PALACE TERRACE bieder vor sich hin. Ich wage sogar zu behaupten, dass PALACE TERRACE den Begriff der Progressivität auf die denkbar schlechteste Art und Weise verwenden: Fortschrittlichkeit gibt es auf "Flying Through Infinity" nie zu bewundern. Altbewährte Elemente werden mit einer klassischen Schlagseite und durchaus versiertem Geklimper vermengt. Doch wirklich "fortschrittlich" klingt dies zu keiner Sekunde. PALACE TERRACE klingen 2007 anstrengend, ermüdend und leider nur in den seltensten Momenten genial. Die wenigen starken Momente werden durch langweilige Strukturen wieder vernichtet.

Was kann man dieser Band für die Zukunft raten? Vielleicht sollte George Bellas einen Kochkurs besuchen, denn dort lernt man ganz am Anfang, dass auch die besten Zutaten in einer falschen Dosierung und/oder Zusammensetzung zu einem wenig schmackhaften Mahl führen. Es ist wirklich bedauerlich so versierten Musikern eine unterdurchschnittliche Wertung verpassen zu müssen. Doch mehr als zwei Punkte ist mir "Flying Through Infinity" auch nach einer genaueren Beschäftigung mit der Materie nicht wert. Fans der klassischen Musik mit einem zusätzlichen Faible für Rockmusik und aktive Musiker könnten ihre Freude daran haben. Dem Metal Fan rate ich aber eher ab, dieser Platte seine Zuwendung zu schenken!



Bewertung: 2.0 / 5.0
Autor: El Greco (20.11.2007)

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