Thirdmoon - Dimorphic Cynosure

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VÖ: 23.11.2007
Bandinfo: THIRDMOON
Genre: Death Metal
Label: Maintain Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits  |  Trivia

Nach drei Jahren des Wartens bekommt der leidgeprüfte THIRDMOON Fan mit "Dimorphic Cynosure" nun endlich den Nachfolger des starken "Sworn Enemy: Heaven" präsentiert. THIRDMOON stehen seit dem Beginn ihrer Karriere für eine eigene, originelle Art des Metal, die zu beschreiben eine Qual ist. Selten schafft es eine Band seit ihren Anfangstagen so viele Elemente des metallischen Liedguts auf eine dermaßen individuell klingende Art und Weise zusammen zu fügen.
Gelang dies zu Beginn der Karriere bereits ganz gut, wurde man im Laufe der Zeit vielschichtiger, zielstrebiger und somit auch immer interessanter.

MIt "Dimorphic Cynosure" liefern THIRDMOON ihr bisheriges Meisterwerk ab! Die fünf Herren rund um Mastermind Wolfgang Rothbauer zeichnen ein eisiges Bild der Realität und vertonen es mit Hilfe eines extravaganten Wechselspiels aus Aggression und Melancholie, das seinesgleichen sucht.
Bereits nach dem ersten Durchlauf wird dem Hörer klar, dass hier etwas wunderschönes auf ihn lauert. Allerdings benötigt "Dimorphic Cynosure" noch einige Durchläufe um zu gedeihen.

So steigert sich der Opener "Slave" nach einem Gitarren-Intro zu einem stampfendem Track mit Thrash Metal Riffs. Bereits beim Opener kann man die vielseitige Instrumentierung THIRDMOON's vernehmen. Auf "Dimorphic Cynosure" weist jeder Song eine Struktur auf, die für gewöhnlich aus einer Vielzahl an wunderschönen Einzelteilen besteht. Nach "Slave" folgt mit "Crawl through Subspecies" ein Midtempo-Track, der zwar nicht unbedingt prägnant auf den Punkt kommt, aber mit einer sehr variablen Instrumentierung zu überzeugen weiß. Auf "Sinew Disconnected" trifft der brutale Gesang Rothbauer's auf fragile Gitarrenmelodien. Dieser vermeintliche Gegensatz wirkt allerdings nie als eben solcher, sondern weiß ebenfalls zu überzeugen. Mit "Character of Scars" folgt einer der besten Songs des Albums: Grandioses Gitarrenspiel (inklusive eines chaotischen Solos, das im krassen Gegensatz zu den zumeist sehr grazilen Leadparts steht) trifft auf eine auf "Dimorphic Cynosure" selten erlebte Eingängigkeit. Würde dieser Song von einer schwedischen Band stammen, dürfte man mit einer hohen Chartposition und überschwänglichen Jubelorgien seitens der internationalen Fachpresse rechnen. Auch die folgenden Tracks bleiben abwechslunsgreich und kaum vorhersehbar. So ist z.B. der Titeltrack ein majestätischer Song mit feinen Strukturen und zarten Leads, während "Sentenced to Aeons" mit beinahe sanften Vocals und einem treibenden Rhytmus zu überzeugen weiß. Auf "Souls to Drown" gibt es das für THIRDMOON typische Wechselspiel aus akustischen Teilen und harten Passagen zu vernehmen. Dieses Wechselspiel wirkt auf der neuen Platte abwechslungsreicher und besser abgestimmt als jemals zuvor. Die einzelnen Teile des Songs fügen sich perfekt ineinander und wirken nie deplatziert. Mit dem darauf folgenden "Cadaverous Heaven" folgt ein weiterer THIRDMOON Song mit dem Potenzial ein Klassiker des Genres werden zu können: Groovige Thrash Metal Riffs wechseln sich ab mit akustischen Zwischenparts und sorgen in Verbindung mit dem Refrain für eine wohltuende Eingängigkeit. Das nachfolgende "Livid" ist ein wütender Death 'n' Thrash Brecher (inklusive eines atmosphärischen Teils!!), dem das melancholische "Entwined Dimensions" folgt, in dem Wolfgang Rothbauer beinahe klare und sehr düstere Vocals zum besten gibt. Als dann mit "Nothing" das abschließende Death Metal Massaker vorgetragen wird, drückt der Rezensent zum wiederholten Male auf den "Repeat" Knopf, und lässt sich nochmal in die Dimension des dritten Mondes entführen.

Fazit: THIRDMOON stellen auf "Dimorphic Cynosure" ihr unglaubliches Talent unter Beweis: Diese Kreativität im Songwriting, das unglaublich starke Gitarrentrio Larrede/Sebastian/Rothbauer, die starke Rhytmussektion, die wunderbar raue Produktion - dies alles lässt die fünf Oberösterreicher an der Höchstnote kratzen! Der einzige, kleine Kritikpunkt lässt sie (noch) am überspringen dieses letzten Hindernisses scheitern: Manchmal sind THIRDMOON eine Spur zu sperrig. Eine kleine Portion zusätzliche Eingängigkeit wäre ratsam, um den tollen Songs noch etwas Hitpotenzial zu verpassen. Manchmal funktioniert dies bereits sehr gut, während man an anderen Stellen vielleicht eine Spur zu spröde agiert. Dennoch zählt "Dimorphic Cynosure" zu den besten Veröffentlichungen des Jahres 2007! Ich spreche hiermit eine absolute Reinhörpflicht und eine starke Kaufempfehlung aus - labt euch an diesem vertonten Sinnesrausch und schwelgt im Universum THIRDMOON's!



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: El Greco (22.11.2007)

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