Nifelheim - Envoy Of Lucifer

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VÖ: 19.11.2007
Bandinfo: Nifelheim
Genre: Black Metal
Label: Regain Records
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Lineup  |  Trackliste

Sieben Jahre ließen uns die Schweden NIFELHEIM Zeit zur Regeneration: Doch nun sind die skandinavischen "IRON MAIDEN des Black Metal" zurück mit ihrem (erst) vierten Streich namens "Envoy Of Lucifer".
Und auch 17 Jahre nach der Bandgründung machen die beiden Zwillingsbrüder mit den netten Pseudonymen "Hellbutcher" und "Tyrant" genau das, was man ihnen erwartet: Black Metal der ganz, ganz alten Schule, der roher und holpriger kaum sein könnte. Dabei klingen NIFELHEIM kaum schwedisch, sondern orientieren sich vielmehr an VENOM und Konsorten.

Bereits beim Opener "Infernal Flame Of Destruction" merkt man, dass NIFELHEIM ihrer eigenen Linie mehr als nur treu blieben: Black Metal mit heftigen Zitaten aus den Anfängen des Thrash Metal (ganz frühe KREATOR und SODOM lassen grüßen), sowie ein kräftiger Schuss IRON MAIDEN sind die Zutaten (nicht nur) des Openers. Die Produktion klingt wie von vor 22 Jahren, und es scheppert, kracht, wummert und klappert an allen Ecken und Enden. Nach nur einem Song wird dem Hörer klar, dass dies defintiv keine Einstiegsdroge für Metal Kiddies oder Fans anderer musikalischen Genres sein kann. "Envoy of Lucifer" ist ein Album für Freunde der extremen Nostalgie!

In dieser Tonart geht es dann auch weiter: Nachdem "Evocation Of The End" über einen hinwegbraust, wird man mit dem sehr eingängigen "Gates Of Damnation" konfrontiert. Der Refrain wirkt bei diesem Track zwar für NIFELHEIMsche Verhältnisse sehr aufdringlich, doch werden die Nackenmuskeln auch hier im Sekundentempo beansprucht. Mit "Storm of the Reaper" lassen sich NIFELHEIM sogar mal auf eine etwas feinere Songstruktur ein. Melodie trifft hierbei auf Aggression - und das auf eine für NIFELHEIM etwas ungewohnte Art und Weise. Hier klingt man tatsächlich typisch skandinavisch und lässt auch der Atmosphäre etwas Luft zum Atmen. Danach wissen Songs wie u.a. das aggressive "Evil Is Eternal" oder das raue "Raging Flames" zu überzeugen. Das wirkliche Highlight wartet aber am Schluss: "No More Life" ist ein über sieben Minuten langes Stück, auf dem sämtliche genannte Ingredienzen miteinander verknüpft werden. Wenn IRON MAIDEN Black Metal machen würden, würden sie so klingen wie NIFELHEIM bei diesem Track!

NIFELHEIM haben ihren eigenen Stil erschaffen und sind musikalisch fit genug um Bassläufe a la Steve Harris und melodiöse Leadgitarren in ihre Musik einzubauen. Manchmal hat man jedoch das Gefühl, dass sie eigentlich um einiges besser spielen, als sie es selbst zugeben wollen. NIFELHEIM tun alles, um möglichst roh zu wirken. Doch dies ist ein zweischneidiges Schwert: Einerseits sind sie von der ersten bis zur letzten Sekunde unterhaltsam und sorgen mit dieser Rohheit für einen eigenen Charme, andererseits könnte sich mancher Track wohl besser entfalten, wenn die eine oder andere Ecke oder Kante weniger wäre. Man hat das Gefühl, dass aus diesem guten Album ohne Probleme ein "sehr gutes" werden hätte können, wenn nicht mancher Part doch etwas zu unausgefeilt klingen würde. Dennoch ergibt sich ein positives Fazit: Das Album macht nämlich ordentlich Spaß und weiß zu unterhalten. Somit wage ich folgende Prognose abzugeben: NIFELHEIM werden mit "Envoy of Lucifer" zwar kaum neue Fans dazu gewinnen, doch ihre bisherige Fanbasis und sowie Fans der 80er Thrasher werden sie zu begeistern wissen!



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: El Greco (24.11.2007)

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