The Accursed - Seasons of the Scythe

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VÖ: 25.01.2008
Bandinfo: The Accursed
Genre: Thrash Metal
Label: Locomotive Records
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Lineup  |  Trackliste

Anscheinend erwarten einen auf "Seasons of the Scythe" der amerikanischen Band THE ACCURSED thrashig-schwarze Todesklänge. Das kann demnach eigentlich alles sein, was sich heutzutage im Universum des extremeren Metal tummelt. Nach dem ersten Track (ein Intro inklusive langem Scream) ist man nicht unbedingt schlauer. Die nächsten Songs sind aber aufschlussreicher und geben dieser etwas ungenauen Beschreibung sogar durchaus recht: "Sawtoothsmile" weist z.B. Elemente aus dem Death Metal und aus dem Thrash Metal Bereich auf, und mischt das ganze mit einer gehörigen Portion Melodie. Noch mehr in die Richtung des rauen, aber melodischen Thrash Metal geht das eingängige "Seasons of the Scythe". Zu allem Überfluss kommen zu den Thrash Aspekten und melodischen (teilweise Twin-)Lead Parts auch noch mehr oder weniger gelungene, "klare" (ein sauberes Goldkehlchen hat Sänger Jonathan auch bei diesen Passagen nicht) Gesangspassagen beim folgenden "Fire of 1000 Cries" zum Tragen.

Bereits nach diesen 3,5 Songs kann man die Stärken und die Schwächen der Band aus Massachusetts erkennen. Bei "Seasons of the Scythe" handelt es sich um das Debutalbum der Band - dies merkt man dem Album auch von der ersten bis zur letzten Sekunde an. Die technischen Fähigkeiten sind zweifellos gegeben, doch hat man nicht das Gefühl, dass die Band jetzt bereits weiß wo sie hingehört.
Mit viel Spielfreude und Enthusiasmus wird alles in einen Topf geworfen, was man in der metallischen Spitzenküche gefunden hat. Von Bay Area Thrash bis zu schwedischem Todesstahl, über Maidensche Gitarren Leads (der Bass wiederum klingt keineswegs nach Steve Harris' Stil, sondern eher solide pumpend als melodisch prägend), über klassische Melodiebögen, die mal im Hintergrund dargeboten werden, und dann wieder sehr in den Vordergrund gestellt werden, ist grundsätzlich alles vertreten.
Der Sänger ist vielseitig, macht seine Sache aber nicht immer gut: Sein raues Organ ist keineswegs schlecht, doch schafft er es noch nicht den Songs seinen eigenen Stempel aufzudrücken.

Dies klingt nun alles sehr kritisch und unzufrieden: Doch neben der genannten Spielfreude merkt man den fünf Metalheads auch an, dass sie versuchen etwas eigenes zu kreieren. Auch wenn sie noch mit ihrer eigenen Identität ringen, so gehen sie diesen Kampf zumindest ein. Das Songmaterial ist aber qualitativ sehr unbeständig: "Funeral March" (die Vocals sind bei diesem Song kaum förderlich) oder "Land of the Dead" sind z.B. langweilige Stücke, in denen man daran scheitert auch nur für einige Sekunden zu begeistern. Andererseits wissen "Aftermath of Sorrow" oder das leicht slayerisch angehauchte "Slaughter of the Gods" zu gefallen. Auch der Abschluss des Albums namens "Armageddon Eulogy" ist gut gelungen. Der beste Song dieses Albums ist für mich aber ganz klar "Cold is the Grave" - ein kleiner Hit, den THE ACCURSED hier erschaffen haben!

Ich bescheinige der Band mit diesem Review viel an Potenzial, muss aber gleichzeitig festhalten, dass bislang noch einiges von diesem Potenzial ungenützt bleibt. Das Album ist teilweise auch recht gelungen, insgeamt solide, aber eben noch kein absolut überzeugendes Werk. Mit viel gutem Willen und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Band mit "Seasons of the Scythe" ihr Debut veröffentlicht hat, gibt es sehr wohlgemeinte drei Punkte!



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: El Greco (21.01.2008)

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