Made of Hate - Bullet in your head

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VÖ: 22.02.2008
Bandinfo: Made of Hate
Genre: Metal
Label: AFM Records
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Lineup  |  Trackliste

MADE OF HATE sind aus Polen und machen Metal. Dieses spärliche Einleitungssätzchen lässt den Leser nun höchstwahrscheinlich an VADER und BEHEMOTH denken und die Erwartungen gen Prügelorgie gleiten lassen. Doch haben MADE OF HATE stilistisch mit ihren berühmten Landsleuten rein gar nichts zu tun. Nein, MADE OF HATE klingen eigentlich typisch finnisch!
Die Zielgruppe? Fans von CHILDREN OF BODOM und anderen zumeist finnischen Gruppen, die sich einer sehr, sehr melodischen Art des Death Metal widmen und sich nicht ihrer traditionellen Metal Wurzeln schämen. Was MADE OF HATE aber komplett von der Ausrichtung ihrer finnischen Vorbilder unterscheidet, sind die fehlenden Keyboardklänge.

Wer nun noch nicht verschreckt wurde, könnte mit „Bullet in your head“ sehr glücklich werden. Vor allem der gleichnamige Opener reisst den Rezensenten - trotz eher mittelprächtiger (weil kaum druckvoller) „kreischgrunz“ Vocals – fast vom Stuhl. Wahnwitziges Gitarrenspiel wird einem da um die Ohren geblasen. Eine Mischung aus eingängigen Groove Riffs und unglaublichen Leads bekommt man geboten. Kaum zu glauben, dass Leadgitarrist/Sänger Michal tatsächlich erst 22 Lenze zählt.
Der kleine Nachteil an der Sache: MADE OF HATE wiederholen dieses Strickmuster in weiterer Folge bei fast jedem Song! Thrash Riffs, Soli die dem traditionellen Metal entstammen, die irgendwo zwischen Death und Black Metal pendelnden Vocals, eingängige Refrains und überschaubare Strukturen: Das ist das vermeintliche Erfolgsrezept von MADE OF HATE!
Man müsste lügen, wenn man behauten würde, dass “Bullet in your Head“ keinen Spaß macht. Songs wie “Mirror of Sins“ oder “Deadend“ würden toll funktionieren, wenn sie für sich stehen würden, anstatt sich mit sehr ähnlichen Songs „abzuwechseln“.
Die wenigen kurzen Abweichungen von besagtem Schema gibt es bei Tracks, die eher dem Melodic Thrash zuzuordnen sind. Aber auch „My last breath“ ist nun keine Offenbarung an Originalität.

Dies klingt nun alles hart, ist aber keineswegs böse gemeint. MADE OF HATE haben definitiv mordsmäßiges Talent: Vor allem besagtes Gitarrenspiel ist unglaublich gut! Zudem schaffen es die vier jungen Polen einigermaßen interessante Songs zu schreiben. Wenn sie mir - der bisher als CHILDREN OF BODOM Verweigerer bekannt war - gefallen, können sie nicht schlecht sein. Woran es noch hapert ist leicht erklärt: Die fehlende eigene Identität und die (temporäre) Orientierungslosigkeit! Einen (CHILDREN OF BODOM-)Klon braucht die Metal Welt nun nicht zwingend – davon gibt’s ja bereits genug! Zudem sollten sich MADE OF HATE überlegen in welche musikalische Richtung sie in Zukunft gehen wollen: Melodic Death? Thrash Metal? Traditioneller Metal? Noch besser wäre es natürlich etwas ganz originelles, eigenes zu erschaffen. Doch das dürfte der Band in naher Zukunft schwer fallen, da sie ausschließlich bekannte Elemente verwenden. Immerhin scheinen sie den Umgang mit diesen Elementen von der Pieke auf gelernt zu haben. Wenn man nun die Vocals noch halbwegs in den Griff bekommt steht einer weiteren Leistungssteigerung nichts im Wege.
Das Fazit: Ein durchaus gelungener erster Streich einer hochtalentierten Band, die an mancher Stelle aber noch mit einigen Problemchen zu kämpfen hat!



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: El Greco (21.02.2008)

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