Draconian - Turning Season Within

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VÖ: 29.02.2008
Bandinfo: Draconian
Genre: Doom Metal
Label: Napalm Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Für Freunde der gepflegten Tristesse waren DRACONIAN schon immer eine willkommene Anlaufstelle. Daran wird auch „Turning Season Within“ wenig bis gar nichts ändern, denn auch das vierte Album der Schweden verbreitet mit seinem durchdringenden Goth-Doom eine schummrige, nahezu lichtundurchlässige Stimmung. Bewundernswert hierbei ist die Tatsache, dass es Mastermind Anders Jacobsson erneut souverän geschafft hat, diese vertonte Trostlosigkeit ohne jeglichen Pathos oder Ansatz von Kitsch zu intonieren. Dieses Album berührt die Seele, frisst sich in Dein Innerstes und sorgt für mächtige Gefühlswallungen ohne dabei auch nur im Ansatz mit der Einöde des Kommerzes zu liebäugeln.

Großen Anteil an dieser Berg- und Talfahrt der Empfindungen hat sicher der paritätisch aufgeteilte Gesang der Truppe. Während Jacobsson für die fiesen, teils sogar ultra guturalen Growls zuständig ist, verzaubert Lisa Johansson mit an Zerbrechlichkeit wohl kaum überbietbarer, zumeist todtrauriger Stimme und sorgte beim Rezensenten des Öfteren für ein angenehmes, wenn gleich auch leicht befindliches Gänsehautgefühl. So stolzieren dann auch Tracks wie das herrlich deprimierende „Morphine Cloud“ oder der acht Minüter „Earthbound“ aus den Speakern und beweisen einmal mehr, dass DRACONIAN nach wie vor dazu in der Lage sind, die Brücke zwischen Goth und Doom mit Bravour zu überqueren, ohne auch nur im Geringsten mit Abnutzungserscheinungen konfrontiert zu sein. Dem profunden Kenner dieser Band wird auch auffallen, dass man gegenüber dem letzten Album „Arcane Rain Fell“ („The Burning Halo“ enthielt ja nur drei neue Tracks) einen leicht spürbaren Schritt in etwas Härtere Gefilde unternommen hat, was jedoch nicht zu Lasten der schaurig düsteren Melancholie gegangen ist.

„Turning Season Within“ sollte gerade von der im Nervenkostüm etwas zartbesaiteten Klientel mit dementsprechender Vorsicht genossen werden, diejenigen, denen Psychosen, Neurosen usw. jedoch gänzlich fremd sind, seien eingeladen in den opulenten Klangkosmos von DRACONIAN einzutauchen, sich tragen zu lassen und einfach für eine knappe Stunde jegliche Empfindung für Zeit und Raum zu verlieren – viel gefühlsbetonter kann man Goth-Doom wahrscheinlich nicht umsetzen – insofern passt auch das textliche Konzept in diesen Konnex, drehen sich die Stücke allesamt um fehlgeschlagene, zwischenmenschliche Beziehungen, Verluste, und die Kunst, mit dem damit verbundenen Schmerz umzugehen.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Reini (23.02.2008)

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