The Monolith Deathcult - Trivmvirate

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VÖ: 29.02.2008
Bandinfo: The Monolith Deathcult
Genre: Industrial Death Metal
Label: Twilight Vertrieb
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Lineup  |  Trackliste

Bevor man nun tatsächlich an die Bewertung des neuesten Outputs von THE MONOLITH DEATHCULT herangeht, einige einleitende Worte, die aufgrund der hier exemplarisch vorliegenden Brisanz der Verwicklungen zwischen Politik und Metal erneut an Relevanz gewinnen.
Und zwar richten sich jene Worte an linke Gruppierungen, die meinen das gesamte Metal Genre verdammen zu müssen, ohne dabei auf eine relevante Recherche zurückzugreifen. Bands wie THE MONOLITH DEATHCULT mögen dem Außenstehenden in politischer Hinsicht eventuell grenzwertig vorkommen. Die Holländer sind sich dessen sicherlich bewusst, und setzen mit gehöriger Vehemenz auf die Waffe namens Provokation. Das beste Beispiel dafür ist das „Kindertodeslied“ indem die Thematik der jugendlichen Kämpfer im Berlin des zweiten Weltkriegs herangezogen wird und deren sinnloser Tod gegen die anstürmende rote Armee thematisiert wird. Mit Samples aus „Der Untergang“ unterlegt, klingt dieser Song durchaus erschütternd. Doch nun kommt das vielzitierte ABER: THE MONOLITH DEATHCULT beteuern nicht nur eine unpolitische Band zu sein, sondern sie sind es tatsächlich. Wenn man sich mit den Texten auseinander setzt, merkt man auch sogleich, dass hier keinerlei Nazi-Propaganda vorliegt, sondern eigentlich genau die gegenteilige Wirkung erzielt wird. Die Texte von THE MONOLITH DEATHCULT handeln grundsätzlich von historischen Fällen, die auch anspruchsvoll und gut recherchiert thematisiert werden. Kurzfazit: Spart euch die Hexenjagd, bzw. jagt jene, die es sich auch wirklich verdient haben!

Doch nun zum wichtigsten Punkt: Der Musik!
Laut deren Homepage wollten die Holländer zu neuen Death Metal-Ufern segeln. Doch in Sachen Geschwindigkeit (man lausche CRYPTOPSY) oder technischer Brutalität (hier wurden HATE ETERNAL angeführt) ließe sich kaum noch was machen. Also muss ein vermeintlich neues Rezept her: Death Metal + Industrial Elemente + Wagnersche Epik ist die dabei offiziell angewandte Formel.
Die Songs sind auch durchaus episch, erreichen aber keine orchestralen Ausmaße. Beim Hörvergnügen des Openers „Deus ex Machina“ bekam ich meine Zweifel, ob diese Formel auch tatsächlich funktioniert: Elektro Beats, sakrale Chöre, Death Growls, oftmals langsames Tempo… und das über 9 Minuten lang? Klingt durchaus originell, aber leider nicht wahnsinnig überzeugend.
Doch man muss den Holländern zugestehen, dass sie ihre Glanzmomente haben auf „Trivmvirate“. „Wrath of the Ba’Ath“ ist so ein Glanzmoment: Besser kann man die elektronischen Sounds fast nicht mit den Gitarrenpassagen verknüpfen. Und der gute Refrain tut sein übriges, diesen Song zu einem wirklich tollen Track zu machen. Das besagte „Kindertodeslied“ erstrahlt in einer extrem dunklen Aura und wird zarte Gemüter zur Verzweiflung bringen. „Master of the Bryansk Forests“ ist ein weiter überzeugender, epischer Track, dem leider ein eher sinnloses Instrumental folgt. Nach einem auch nur mittelprächtigen Song namens „I spew thee out of my mouth“ wird wieder mehr auf direkteres Liedgut gesetzt. Und in diesen Momenten brillieren THE MONOLITH DEATHCULT: So ist „Demigod“ ein Death Metal Kracher mit schönen Rhytmen und einem starken Drive. Beim abschließenden Epos „Den Ensomme Nordens Dronning“ über das russische Atom-U-Boot „Kursk“ wird sich die Hörerschaft definitiv in zwei Lager spalten: Getragene, sakral anmutende Chöre zu Beginn, daraufhin folgende doomige Parts denen nach mehr als vier Minuten die ersten schnelleren Zwischenteile folgten, Death Growls und klar gesungene Refrains. Eine unglaubliche Mischung? Bei den knapp 13 Minuten dieses Songs liegen Genie und Wahnsinn wahrlich dicht beisammen.

Was bleibt ist ein originelles, wenn auch nicht zu jedem Zeitpunkt überzeugendes Werk. Hab ich mich nach den ersten beiden Durchläufen noch auf einen Totalverriss eingestellt, wuchs das Album im Laufe der Zeit. Man muss „Trivmvirate“ Zeit geben sich zu entfalten. Und auch dann werden Teile der (Death) Metal Fans einfach keine Freude an diesem Werk finden. Gewöhnungsbedürftig ist „Trivmvirate“ allemal. Aber auch interessant und in seinen besten Momenten verdammt gut. Wenn die Inkludierung der elektronischen Elemente in die Metal Welt in Zukunft besser klappt, und man es nicht allzu sehr übertreibt mit der epischen Komponente (7 Songs + 1 Instrumental auf 59 Minuten zu strecken kann mühsam sein), können THE MONOLITH DEATHCULT bald den großen Durchbruch schaffen. Doch eine Prognose wage ich schon jetzt: Entweder das kommende Werk wird ein Klassiker oder ein kompletter Verhau. In irgendeine dieser Richtungen wird sich diese Band aber entwickeln. „Trivmvirate“ ist auf jeden Fall originell und gutklassig, weshalb 3,5 Punkte die verdiente Belohnung darstellen.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: El Greco (27.02.2008)

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