Deranged - The Redlight Murder Case

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VÖ: 25.02.2008
Bandinfo: DERANGED
Genre: Death Metal
Label: Regain Records
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Lineup  |  Trackliste

Auch schon bei Studioalbum Nummer 7 sind die Metzger von Deranged angekommen. Und – eins gleich vorweg: im Sound hat sich bei den Schweden seit dem 95er Debüt „Rated-X“ nicht wirklich viel verändert … was die kleine, aber treue Fangemeinde wohl aber schon seit Jahren mit Wohlwollen registrieren wird.
Dass die Jungs aus Skandinavien kommen merkt man dem herben Sound zu keiner Sekunde an – vielmehr schielen die 4 Musiker desöfteren nach den US of A und liebäugeln seit jeher mit den Frühwerken von den Altmeistern; eine Prise Thrash & Grind dazu – fertig. Wer ruft da Vomitory?

Auf geht’s in den Ring:
„Watch me when i kill“ ist ein Auftakt nach Maß – grimmiges Riffing, kellertiefer Gesang von Martin Schönherr (passender Name übrigens!) und das abgedrehte Stop-and-Go Drumming von Urgestein Rikard Wermen verpassen dem Hörer einen schönen Schlag in die Magengrube, dessen Schmerz lediglich von einem Soli (in feinster Slayer-Manier) und kurzen Verschnaufpausen im Midtempo gelindert wird. Der Ringrichter muss unseren schlaffen, am Boden darbenden Körper schon mal bis zur „ 6“ anzählen … der „Gong“ und ein kurzer Griff zur Wasserflasche retten gekonnt vor dem frühen K.O.

In der zweiten Runde knockt einem „Strip Nude“ (ebenfalls mit fiesen Schlägen unter die Gürtellinie gespickt) beinahe aus - da prasseln die Fausthiebe in mörderischen Tempo auf den armen, unschuldigen Zuhörer herein der sich hier nur mit der konsequenten Deckung auf den Beinen halten kann! Die dritte Runde bringt dann keinen eindeutigen Sieger – zu durchsichtig operieren hier Deranged mit der linken Geraden, auch die Gleichförmigkeit in den Bewegungen überrascht den Gegner nicht allzusehr. Solide Sache, aber hier werden wohl schon Kräfte gespart!
Die werden beim Beinahe-Titeltrack aber wieder effizienter eingesetzt – sichtlich flotter in den Angriffen & dank der gefinkelten Beinarbeit geht dieser Punkt an die Schweden. Angezählt werden wir aber diesesmal nicht…

Runde 5 & 6 sind eine zähe Sache – sowohl für das Publikum als auch für den Herausforderer: hier agieren DERANGED spröde & fast schon midtempoverliebt; da hätte man eindeutig zielstrebiger zu Werke gehen müssen!
Sichtlich erfrischt & mit neuem Elan stürmt „Formula for a Murder“ auf den Gegner zu – dieser verliert aufgrund dieses Bombardements aus wuchtigen Schlägen und Speed den Boden unter den Füssen… er taumelt, er stürzt… wieder muss der Ringrichter sein Amt verrichten : 1, 2, 3, 4…

Geschockt von dieser Frontalattacke rettet man dennoch sich in Runde 8 – und siehe da – Deranged lassen nicht locker; geradezu blind vor Hass wird man mit Schlägen eingedeckt , die Vehemenz nimmt zwar nach einer Minute etwas ab – trotzdem bleibt keine Zeit zum Verschnaufen. Kurze, präzise Rechte finden an der Stirn willige Abnehmer – jetzt heisst die Devise: Durchhalten! Dass das hohe Tempo nicht ewig durchgehalten werden kann ist so sicher wie das Amen in der Kirche; trotzdem beeindruckt das „Body Puzzle“ mit ebendiesem, auch die rasiermesserscharfen Soloeinsprengseln lassen das Blut fliessen.
Herrlich, nicht wahr? Dazu dieser Drive, dieser Speed…

Auch wenn das Referenzwerk „High on Blood“ wieder nicht erreicht wurde ist das neue Machwerk doch gelungener als sein etwas monotoner Vorgänger. Trotz leichter Probleme in den Runden 5 / 6 gibt’s wohlwollende 3,5 Punkte vom Ringrichter.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: PMH (27.02.2008)

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