Blind - Blind

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VÖ: 25.01.2008
Bandinfo: Blind
Genre: Alternative Rock
Label: EMI Music
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Anscheinend habe ich eine Casting-Show verpasst. Oder übersehen. Oder mich sonst irgendwie unbewusst davor geschützt. Ist aber auch kein Wunder, derzeit wird man im TV und sonst wo ja mit diesem Zeug zugemüllt, dass es schon nicht mehr schön ist. Aber das war es ja sowieso nie. Nun gut. Diese spezielle Casting-Show dürfte die „Rock“-Band BLIND hervorgebracht haben. Anders kann man sich das alles einfach nicht erklären. Ich zumindest nicht.

„Huhu, hallo, wir sind die neuen Senkrechtstarter“: das vermittelt das Booklet schon mal. Vier obercoole, extrem gestylte Typen Mitte 20 (schätzungsweise) stehen da, fast ganz in schwarz gekleidet, vor einem Haufen Boxen irgendwo auf einem Parkplatz. Den Titel für belanglosestes Cover dürften die vier deutschen Jungs damit schon mal sicher in der Tasche haben. Aber leider, leider, musikalisch wollen sie diese Schiene auch noch verfolgen. Und sie tun das mit Erfolg. Von vorne bis hinten ist ihr selbstbetiteltes Debütalbum für den Major EMI so was von vorhersehbar und höchstens durchschnittlich, dass es schon weh tut. Wem fällt so uninspirierte Musik heute noch ein? Ein Konglomerat aus allem, was Mainstream-Sender, egal ob TV, Radio oder Internet, derzeit spielen, wird hier in 45 Minuten an den Mann gebracht. Und natürlich brummt dieses Teil ganz schön, immerhin durfte man auf Kosten eines Majors produzieren. Dass aber ein dichter Sound einfach nicht alles ist, wird spätestens nach dem dritten oder vierten Song klar. Was soll das? Das ist so einfallslos, dass man nicht mal richtig weiß, ob man das nun gut oder scheiße finden soll! Belanglose Musik für Hörer, die sich zufällig in ein Geschäft verirren und auf Geratewohl einfach beim ersten „Neu und Heiß“-Stand zugreifen. Verdammt, bin ich alt geworden? Radiorock copyright in America made in Germany könnte man auch sagen. Oder einfach ein (ich weiß, schlimmes Wort) SILDERMOND-Klon, der halt englische Texte hat. Aber der Brechreiz kommt noch schlimmer. Die Ballade haben die Jungs natürlich nicht vergessen, mit Namen „Every You Every Me“ kommt das Teil komplett nur mit Piano und Streichern instrumentiert daher und mit einem Refrain, der einfach zum davonlaufen ist. Das ist ja nicht mal mehr „guter“ Kitsch oder „gutes“ Mainstream-Radio, das ist einfach nur peinlich, wenn da „for-uor-uor“ gesungen wird. Aua. Aber sie beschreiben sich wenigstens selbst im Track „Love Is Gone“, wo es heisst „I don’t wanna sound like another song“ – naja. Das ist dann wohl in die Hose gegangen.

Dank fetter Produktion könnte man dem Teil sogar noch was abgewinnen, allerdings nur wenn man auf Bands wie 3 DOORS DOWN, HOOBASTANK oder den schon oben genannten Ableger dieser Musik steht. Der Rest: bitte weitergehen!!!



Bewertung: 1.0 / 5.0
Autor: chris (06.03.2008)

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