Scargod - Hurt

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VÖ: 00.00.2008
Bandinfo: SCARGOD
Genre: Gothic Metal
Label: Eigenproduktion
Hören & Kaufen: Ebay
Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Gothic Metal aus Zell am See zählt nun nicht unbedingt zu den konstant auftretenden Phänomenen der österreichischen Metal Szene.
Und doch gibt es ihn spätestens seit der Gründung von SCARGOD: Unter diesem Bandnamen scharte Martin „Maze“ Moser einige bekannte Musiker der österreichischen Szene um sich, um eine melancholische, dunkle, aber auch ungewöhnliche Art des metallischen Liedguts darzubieten.

Die vorliegende EP “Hurt“ ist der erste Vorbote dieses ehrgeizigen Projekts: Neben einem poetischen spoken word Intro, befinden sich drei reguläre Songs und das Video zum Titeltrack auf dieser Mini-CD. Der Opener “Cold“ beginnt mit sanften Klavierklängen, woraufhin weibliche Vocals (dargeboten von Martina Penzenauer von WYDFARAs PROPHECY) einsetzen. Neben den weiblichen Vocals (die glücklicherweise ohne viel Pathos auskommen) gibt es auch aggressive Vocals von Robert Bogner (bekannt u.a. von OLEMUS, IN SLUMBER) zu bewundern. Doch so einfach in eine Schublade zu stecken ist der Opener nicht: Das breite Vokalspektrum wird hier um einiges besser ausgenützt als dies bei vergleichbaren Bands der Fall ist. Anstatt einfach nur harte und weiche Gesänge abzuwechseln, werden hier zusätzliche Ingredienzen eingebaut. Die Stimmen ergänzen sich gekonnt und überzeugen auf “Cold“ sowohl mit harten, als auch mit sanften, sowie mit melodisch/rockigen Tönen. Dazu kommt die exzellente Gitarrenarbeit von Dominik Sebastian, der bekanntermaßen auch u.a. bei THIRDMOON die Sechssaitige bedient.
Der Titeltrack wiederum bringt eine andere Art des Wechselspiels der Stimmen mit sich: Im Gegensatz zu “Cold“ ist “Hurt“ eher im Sinne eines Duetts zu verstehen. Mit anderen Worten: Die Gesänge ergänzen sich nicht nur, sondern interagieren stärker. Dementsprechend sind Robert Bogner’s Vocals bei diesem Song weniger aggressiv, was dazu führt, dass “Hurt“ um einiges melancholischer klingt als der vorangegangene Song.
Das abschließende “Love is Suicide“ fungiert sozusagen als Epos dieser EP: In den ersten 90 Sekunden vernimmt man lediglich langsame Gitarren und ein prägnantes Schlagzeugspiel. Erst danach setzen die weiblichen und männlichen Vocals (dieses Mal dargeboten von Gerald Gruber) ein. Natürlich gibt es auch bei diesem Song das obligatorische Gitarrensolo zu bestaunen. So kann Melancholie ohne großen Bombast klingen!

Wie bei einer EP üblich, fällt eine Wertung in Form von Punkten recht schwer. Doch dies sollte auch nicht ausschlaggebend sein, da das Fazit ohne Umschweife wiefolgt festzuhalten ist: Freunde der musikalischen Düsternis sollten nämlich unbedingt reinhören in “Hurt“!
Martin Moser macht es sich selbst nicht leicht, da er eine zum Teil recht ungewöhnliche Mixtur an Elementen benützt hat. Im Endeffekt funktioniert diese Mischung aber gut.
Er war zudem schlau genug, ausschließlich hochtalentierte Musiker für die Produktion dieser EP einzusetzen. Und das hört man “Hurt“ auch an: Spielerische Unsicherheiten und Irrwege gibt es nicht zu vernehmen! Man darf gespannt sein, was man von SCARGOD noch hören wird. Auf dieser EP werden die Faktoren Melancholie, Verzweiflung, Aggression und Depression auf eine überraschend ansprechende Art und Weise in ein musikalisches Kunstwerk verwandelt!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: El Greco (10.03.2008)

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