Path Of No Return - The Absinthe Dreams

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VÖ: 24.08.2007
Bandinfo: Path Of No Return
Genre: Hardcore
Label: Epitaph Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

„Don’t you know our sweetest songs are those that tell of saddest thought“. Diese Zeile wird dem Hörer am Ende des neuen PATH OF NO RETURN Albums vor die Füße geworfen. Geht man davon aus, dass die Schweden mit diesem Satz richtig liegen, so müssten die traurigsten Songs die glücklichsten Gedanken behandeln. Nun, dann haben sie uns wohl gerade ihr gedanklich fröhlichstes Album vorgelegt. Denn „The Absinthe Dreams“ strotz nur so vor Kraft und Energie, aber auch vor Hass, Dissonanzen und wirklich alles anderem als sweetest songs!

Es beginnt mit einem Hammerschlag. Hardcore in Fusion mit Metal wird uns bei „Soran“, dem Eröffnungstrack, vorgesetzt. Aber hier darf keiner Metalcore auch nur annähernd schreien. Die 4 Schweden sehen sich wohl eher in einer Linie mit Krachcombos a la CONVERGE oder THE DILLINGER ESCAPE PLAN, vielleicht nur etwas zugänglicher. Die ersten drei Nummern blasen dann auch mal gleich die Decke vom Proberaum mit Riff- und Doublebass-Attacken ohne dabei den Hardcore Gedanken zu verlieren. Nur melodiös geht anders. Ganz gemäß den eben erwähnten artverwandten Bands stehen sie dem Mathcore doch recht nahe, zögern nicht, Noise groß zu schreiben und auch so zu spielen. Natürlich hört man auch skandinavische Einflüsse heraus, die allerdings großteils aus dem Hardcore und Postpunkt Bereich kommen. Dissonanz und Härte in Bestform. Der große Unterschied zu den oben genannten Bands stellt aber die zweite Facette dieses Albums dar, spätesten bei dem Titeltrack ganz deutlich spürbar: Postrock Einflüsse. Hier werden sphärische Klangwelten, die nicht selten an ISIS erinnern, aneinander gereiht, um den Spannungsbogen aufzubauen aber ihn nicht einzulösen. Ja, auch vorher, bei Brechern wie „Missile Blues“ gab es diese Passagen schon. Meist nach dem zweiten Refrain (falls überhaupt vorhanden beziehungsweise erkennbar) oder nach einem ganz, ganz bösen Breakdown wird da alles zurückgefahren und die Gitarre von Daniel Cederborg darf sanft die Saiten vibrieren lassen. Aber keine Angst, das hat ebenso wenig mit richtig eingängigen Melodiebögen zu tun als die vorherigen Hassattacken. Aber die sphärische Note gibt dem Album einen eigenen Dreh. Dies zeigt auch der Instrumentaltrack „Nothern Light“, der eigentlich nur die abschließenden Geräusche von „Broken Dances“ übernimmt und eine feine Gitarrenfigur hinzufügt. Ohne Breaks, ohne Drums, ohne Härte. Aber doch eindringlich genug, um alleine zu bestehen. Nach dieser quasi Halbzeit geht es in gleicher Manier weiter. Hier wird Progressiver Hardcore mit Metal und Postrock gekonnt vermischt. Einzig die doch recht gleiche Bauweise der einzelnen Songs beginnt gegen Ende hin etwas zu langweilen. Zwar sind klare Songsstrukturen bei PATH OF NO RETURN ein Fremdwort, aber irgendetwas scheint zu fehlen.

Kein schlechtes Album, das speziell beim ersten Hördurchgang einem alles abverlangt (auch Texte können hier nicht wirklich weiterhelfen bei der Orientierung) und zwar immer mehr wächst, aber insgesamt etwas schuldig bleibt. Vielleicht sind es die immer gleichen Vocals oder die immergleiche Idee mit Wechsel von hart auf sphärisch, aber den großen Durchbruch werden sie damit wohl (noch) nicht schaffen. Aber man braucht ja nicht nur erfolgreiche und eingängige Bands. „The Absinthe Dreams“ hat sicher genügend Gelegenheiten, zum Einsatz zu kommen.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: chris (14.03.2008)

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