Blood Stained - III - Sic transit gloria mundi

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VÖ: 00.00.2008
Bandinfo: Blood Stained
Genre: Heavy Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Wir alle wissen, dass Österreich nicht unbedingt ein Land des klassischen Metals ist. Auch wenn es eine Vielzahl Death/Thrash/Black Metal Bands gibt in diesem schönen Land, existiert nur eine sehr kleine traditionelle Heavy Metal Szene.
BLOOD STAINED gehör(t)en zu den Vorreitern dieses Sektors und liefern nun mit "III - Sic transit gloria mundi" den letzten Streich der Bandgeschichte ab. Grund zur Trauer? Nein!
Es wird zwar mit BLOOD STAINED eine starke Band zu Grabe getragen, doch wird deren Nachfolger SERGEANT STEEL wie Phönix aus der Asche steigen.

Doch nun zu "III - Sic transit gloria mundi":
Auch wenn die drei Musiker noch nicht allzu viele Lenze zählen, scheint es doch so, als ob sie bereits in den oftmals glorifizierten 80er Jahren an vorderster Front ihre metallischen Botschaften gegen die nietenbehaftete, nach Metal dürstende Menge geschleudert hätten.
Auch wenn dem nicht so ist, hat man den Spirit der damaligen Zeit inhaliert: JUDAS PRIEST und Konsorten fallen einem beim Hörgenuss doch sehr oft sein. Mit anderen Worten: Eingängige Riffs, viele quietschende Soli, ein Gesang der zwischen moderaten Tonlagen und extremen Höhen pendelt – das alles macht BLOOD STAINED aus.
Zum Glück nützen BLOOD STAINED ihr Spektrum so gut wie möglich aus, um die Chose nicht zu eintönig zu gestalten: Manchmal klingt man atmosphärisch und mischt VIRGIN STEELE mit der Bay Area (eine vage Beschreibung, ich gebs zu, man lausche „Banished“). Dann gibt es auch noch Tracks, die an JUDAS PRIEST und ähnliche Bands dieser Ära erinnern (z.B. “Merry Hell“). Doch auch eher einfache, eingängige Stücke wie das eher an die 70er als an die 80er erinnernde "Gomedown of the Godz“ oder balladeske Töne a la "Brave“ gilt es zu vernehmen. Glücklicherweise greift man nicht zu sehr in den Schmalztopf, sondern versucht sich auf weiten Teilen des Albums eher am traditionellen US oder Britenstahl. Am Songmaterial und am Abwechslungsreichtum gibt es also kaum etwas zu meckern. Die Umsetzung der Songs ist ebenfalls einwandfrei (die Gitarrenarbeit lässt wirklich keine Wünsche offen). Das Organ des Sängers Phil van der Kill wird die Metalmeute sicherlich in Bewunderer und Verweigerer spalten: Die teilweise extrem hohen Vocals sind nicht jedermanns Sache. Im Gegensatz zum Großteil der Sänger dieses Genres, setzt Phil dies aber fehlerlos um und umgeht somit die üblichen lästigen Quietschorgien. Dennoch gefällt mir der Gesang in tieferen Skalen besser.

Fazit: Als Fan des traditionellen Metal sollte man auf jeden Fall ein Ohr riskieren! "III - Sic transit gloria mundi" ist nicht wahnsinnig originell, und nicht mit 11 Tophits ausgestattet – doch befinden sich auch keine Ausfälle oder nervtötende Tracks auf diesem Album. Im Gegenteil: Die Band ist bemüht, talentiert und weiß in vielen Punkten ihre Stärken nach außen zu kehren.
Wirklich schade um BLOOD STAINED – doch wenn SERGEANT STEEL dieses qualitative Niveau halten können wird, freu ich mich aber schon auf die Nachfolgeband der Oberösterreicher.
Anspieltipps: ”Thrall of Darkness“, “Sign of the Snake” und “Merry Hell”.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: El Greco (07.04.2008)

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