Warrel Dane - Praises to the War Machine

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VÖ: 25.04.2008
Bandinfo: WARREL DANE
Genre: Metal
Label: Century Media Records
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Lineup  |  Trackliste

Bereits im Vorfeld der Veröffentlichung seines ersten Soloalbums beweist Ausnahmesänger Warrel Dane Geschick im Umgang mit den neuen Medien. So kann man sich zunächst auf Youtube seine Ausführungen zu jedem einzelnen Song der Platte ansehen, und danach auf seiner MySpace Seite auch noch gleich das komplette Album Probe hören. Dieses fanfreundliche Verhalten ist nicht nur äußerst lobenswert, sondern zeugt auch von einem gesunden Selbstbewusstsein was die Qualität der eigenen Arbeit betrifft.

Nachdem Warrel Dane höchstselbst Gothic Größen wie BAUHAUS und THE CURE als Einflüsse angeführt hat, und sich mit „Lucretia my Reflection“ auch noch eine SISTERS OF MERCY Coverversion auf dem Album befindet, hätte man fast glauben können er wäre zum Gruftrocker mutiert. Der gestandene Metaller braucht sich allerdings nicht wirklich zu fürchten, denn davon ist auf „Praises to the War Machine“ eigentlich so gut wie gar nichts zu spüren, und so steht auch Warrel Dane Solo für Metal in seiner reinsten Form.

Gemeinsam mit dem ehemaligen SOILWORK Gitarristen Peter Wichers, sowie seinem langjährigen Begleiter Jeff Loomis schlägt er allerdings deutlich zurückhalternde Töne an, als man es von NEVERMORE gewohnt ist. Durch die einfacheren Songstrukturen könnte man fast von einer Rückbesinnung auf alte SANCTUARY Tugenden sprechen, wenn da nicht diverse Schwächen im Songwriting erkennbar wären. Diese fallen vor allem in der Dramaturgie der ruhigeren Stücke „Let you down“, „Your chosen Misery“ und „Brother“ auf, die erstaunlich höhepunktsarm und belanglos bleiben, und nicht so sehr berühren, wie man es anhand der persönlichen Texte erwarten würde. Da sind die härteren Rocknummern, wie etwas der Opener „When we Pray“ oder „The Day the Rats went to War“ schon besser gelungen, obwohl auch hier die letzten, so wirklich zündenden Ideen zu fehlen scheinen.

Vielleicht war die Erwartungshaltung bei einem Warrel Dane einfach zu hoch, aber gesamt gesehen ist „Praises to the War Machine“ schon ein wenig enttäuschend ausgefallen. Gerade ein Soloalbum sollte einem Künstler die Möglichkeit bieten innovative Ideen umzusetzen, die ihm im Rahmen eines fixen Bandgefüges oft verwehrt bleiben. Davon merkt man hier leider kaum etwas, und so ist es allein seine Stimme, die diese Platte noch über den Durchschnitt hebt.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: bender (23.04.2008)

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