Deicide - Till Death Do Us Part

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VÖ: 25.04.2008
Bandinfo: Deicide
Genre: Death Metal
Label: Earache Records
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Lineup  |  Trackliste

Glen Benton röchelt wieder. Mindestens sechs Fuss unter der Erde, irgendwo dort wo das Fegefeuer wahrscheinlich gerade aufhört und die Hölle über einen niederbricht, dürfte das mittlerweile doch leicht ergraute Monstrum wohl hausen. Und genau dort hat er auch seine Vocals eingegurgelt - mit Sicherheit! Das so ein Emporkommen aus dieser sicher reichlich unwirtlichen Gegend nicht gerade einfach ist, wird auch einer der Gründe sein, warum DEICIDE Anfang 2007 ohne ihren Fronthünen Europa bereisen mussten.

Sehen wir von diesem für die Band wohl desatrösen Umstand einmal ab und widmen uns dem neuen, „Till Death Do Us Part“ Werke zu. Wie erwähnt ist der – trotz all seiner Eskapaden - mittlerweile locker als Szeneikone durchgehende Glen Benton wieder bei der Sache, dafür ist der bei OBITUARY in Lohn und Brot stehende Gitarrist Ralph Santolla raus, durfte bzw. musste die CD aber – aus Vertragsgründen - als Gastgitarrist mit einspielen.

War das Vorgägerwerk „The Stench of Redemption“ noch ein unbändiger, weil permanent im High Speed Tempo daherkommender, Räudling, haben DEICIDE auf „Till Death Do Us Part“ bei Zeiten ein wenig mehr nach dem Motto „gleiten statt hetzen“ agiert. Grandios wiederum die gediegene Gitarrenarbeit von Jack Owen und Ralph Santolla, Asheim vermöbelt sein Kit, dennoch wollen nicht alle Songs so richtig munden. Gerade die beiden Instrumentals „The Beginning of the End“ (viel zu lang, Schnarchnasen Einstand!) und das abschließende, zum Glück eher kurze „The End of the Beginning“ braucht echt kein Mensch. Aber auch die verhaltenen Nummern wie das reichlich Gitarren verliebte „Severed Ties“, das noch weniger gefallende, viel zu träge „Not As Long As We Both Shall Live“, oder der fast sieben Minüter „Horror in the Halls of Stone“ sind jetzt nicht unbedingt der DEICIDE’schen Weisheit letzter Schluss. Begeben sich Hauptsongwriter Steve Asheim & Co. jedoch per Highspeed auf die Überholspur (wie in der ersten Hälfte des Albums eigentlich permanent), dann blitzen die Bandtrademarks vergangener Tage doch nachhaltig und auch wohl bekömmlich durch.

Nicht ganz der Urknall, den noch „The Stench of Redemption“ hinterließ, aber mit Abstrichen ein weiteres gutes DEICIDE Album. Klassikerpotential sehe ich hier allerdings keines!



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Reini (30.04.2008)

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