Pennywise - Reason To Believe

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VÖ: 25.03.2008
Bandinfo: Pennywise
Genre: Punk
Label: Epitaph Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Brauchen wir einen Grund, an etwas zu glauben? An eine höhere Macht oder an das Schicksal? Wie könnte man den Glauben an etwas, das gar nicht physisch erfahrbar ist, begründen? Was ist unser „Reason To Believe“? Zugegeben, diese Einleitung mag etwas kryptisch wenn nicht gar zu blasphemisch daherkommen. Aber bei einem derartigen Albumtitel und zusätzlich noch dem dazugehörigen Artwork zum neuen PENNYWISE-Album kommt man schon mal auf obskure Gedanken. Im mittlerweile 20ten Jahr ihres Bestehens liefert die kalifornische Punk/HC-Institution das neunte Album ab, das sich in das bisherige Schaffen nahtlos einreiht. Und soviel hat dieses Werk nun auch nicht mit Religion, Glaube und ähnlichen Dingen zu schaffen…oder?

Wie gesagt kann man gleich mal am Cover einige religiöse Motive bestaunen. Da wird das PENNYWISE-Logo (rechts unten) neben die Symbole für Islam, Christentum, Taoismus, Judentum und Hinduismus gestellt. Und im Booklet geht das so weiter mit der Symbolauflistung (eine kleine Hilfestellung zur Orientierung findet man hier). Und auch das kleine Wörtchen believe, das man schon im Titel findet, wir beinahe bis zum Exzess ausgereizt. Allerdings auch in relativ unterschiedlichen Zusammenhängen. Insgesamt findet man textlich nämlich die schon einigermaßen klassischen Parolen à la Anti-Bush (siehe der Opener), Anti-Mediengeilheit (siehe „The Western World“) und so weiter und so fort. Auch musikalisch orientiert man sich an altbewährten Rezepten: Frage-Antwort-Refrains (siehe „All We Need“), Gang-Shouts (siehe „It’s Not Enough To Believe“), den typischen woh-oh-oh Sing-a-Longs (etwa „Something To Live For“ oder „Brag, Exaggerate & Lie“) und andere Elemente des Punk beziehungsweise melodischen Hardcore finden sich hier zuhauf. Warum sollte man sich also dieses Stückchen Musik gönnen?

Nun, erstens wahrscheinlich deswegen, weil man ab Veröffentlichungstag (25. März) zwei Wochen lang das Album gratis auf der MySpace-Seite des Musikanbieters Textango downloaden konnte. Diesem Aufruf dürften auch einige Menschen gefolgt sein. Nun, da das Album aber nur noch regulär im Handel gekauft werden kann, sollte man sich trotzdem kurz Zeit nehmen, um hinein zu hören. Den PENNYWISE stagnieren mal wieder auf extrem hohem Niveau (das wäre der zweite Grund). Speziell Nummern wie das ziemlich harte „One Reason“ oder das Hitpacket bestehend aus „The Western World“, „We’ll Never Know“, „Confusion“ und „Nothing To Lose“ können vollends überzeugen. Vor allem die wieder mal sehr ohrwurmverdächtigen Refrains lohnen sich. Zwar lässt das Album in der zweiten Hälfte dann etwas nach, wird aber glücklicherweise nie belanglos und kann somit über die gesamte Dreiviertelstunde bestehen.

Fans der Band werden sicher wieder in zwei Lager geteilt sein, ganz nach dem Motto „Braucht man das jetzt wirklich?“ oder „PENNYWISE pur!“. Aber Insgesamt wie gesagt ein sehr gutes Album, das nicht wirklich überraschen kann und wahrscheinlich auch gar nicht will. Man kann somit zumindest schon mal die Sing-a-Longs für das nächste Konzert üben.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: chris (07.05.2008)

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