Blackwinds - Flesh Inferno

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VÖ: 19.05.2008
Bandinfo: Blackwinds
Genre: Black Metal
Label: Regain Records
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Lineup  |  Trackliste

Blackwinds sind die zweite Spielwiese von Setherial-Drummer Lord Mysteriies plus Mikrogurgler Lord Kraath & „Flesh Inferno“ das erste richtige Album seit 1999 . Da gabs schon mal eine MCD unter dem Namen „The Black Wraiths Ascend“, welches noch heuer mit diversen Bonusstücken bewaffnet neu aufgelegt wird…

Was die Jungs damals geritten hat ein Sideproject aufzuziehen wird einem nach Einfuhr dieser knappen Stunde nicht wirklich klar; allzusehr entfernt von ihrer Hauptband operieren die schwarzen Winde nämlich keinesfalls – lediglich die atmosphärischere Ausrichtung (welches man so auch auf dem Setherial-Debüt „Nord…“ wiederfinden kann) und der Verzicht auf durchgehendes Geknüppel machen sich auf den 10 Kompositionen dauerhaft bemerkbar.

Richtiggehend frostig-melodisch jagt einem der Opener „Before Time“ kalte Schauer über den Rücken – die variable Stimme von Kraath beherrscht sowohl genretypisches Gekeife als auch knurrig-dunklere Töne; dazu präsentiert die Instrumentalfraktion punktgenaue Attacken zwischen Raserei und unheilschwangerem Midtempo.
Wer sich schon immer mal „In the Nightside Eclipse“ von den verblichenen (?) Emperor mit einem besseren Produktion gewünscht hat dürfte bei „Enter the Pandemonium“ glücklich werden – sphärische Keyboardteppiche (welche sich auf allen Tracks einnisten) hysterisches Gekeife und rasend-diabolische Prügelparts vermengen sich mit dem klaren, aber allzu sauberen Sound der ein wenig den Dreck vermissen lässt.
Wenigst knallen die typisch schwedischen Gitarrenharmonien (die sich in den finsteren Schöpfungen eingraben wie Schweine in Trüffel) rein und hinterlassen keinen bitteren Nachgeschmack. Hier gibt’s keine Gothic/Pagan/Humppa-Kacke, nein, nur bitterböse, Doublebass-getriebene Midtempoattacken mit Sinn für die diabolische Aura und etwas Raserei für zwischendurch… so zB beim Titeltrack oder dem nihilistisch dahinsiechenden "Seraphim Ephemeral".

Unterm Strich steht ein blitzsauberes, aber auf Dauer zu spannungsarmes Blackmetalscheibchen welches sicherlich vor gut zehn Jahren die Welt um eine Spur mehr beeindruckt hätte als heutzutage…



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: PMH (14.05.2008)

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