Cryptopsy - The Unspoken King

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VÖ: 23.05.2008
Bandinfo: CRYPTOPSY
Genre: Death Metal
Label: Century Media Records
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Lineup  |  Trackliste

Schon kurz nach dem Eröffnungstrack „Worship Your Demons“ ist es wieder da, dieses Gefühl der Ohnmacht, das Überrannt werden durch die Verrückten aus Kanada. Doch die Freude währt nur kurz, ehe man realisiert, dass sich CRYPTOPSY doch meilenweit von ihrem letzten Werk „Once Was Not“ wegentwickelt haben. Ob das jetzt einzig und allein am Ausstieg des wurmigen Lordes on Vocals liegen mag?

Jener Shouter names Lord Worm wurde 2007 durch ex 3 MILE SCREAM Sänger Matt McGachy ersetzt, im gleichen Atemzug verpflichtete die Band auch Maggie Durand (HOWLING SYN), welche fortan für Keyboards und Samples zuständig sein sollte, wobei Madame Durand doch über weiter Strecken mit dezenter Zurückhaltung glänzt.

Das Heft in der Hand bei CRYPROPSY hat sowieso die Dreierbande Auburn, Langlois und Überdrummer Flo Mounier.

Kann man großteils der ersten Hälfte von „The Unspoken King“ noch als heftiges, jedoch weit weniger verrücktes CRYPTOPSY Material durchgehen lassen, verleitet einem aber schon „Silence The Tyrant“ mit seinem atmosphärischen Part für das erste verdutzte Heben der Augenbraue. Und ab „Bemoan the Martyr“ ist sowieso Schluss mit lustig. Matt McGachy mit reichlich neben der Spur liegendem Clean Gesang, braucht der doch träge Track ganze 90 Sekunden um überhaupt in Fahrt zu kommen. Dieses kompositorische Strickmuster wird dann auch auf den restlichen Tracks konsequent fortgesetzt. McGachy „brilliert“ mit häufig eingesetzten normalen Gesang, die Tasten Maggie darf hie und da auch für Akzente sorgen und die Wucht, die Brachialität, aber auch die Abgedrehtheit der vergangenen Alben wird in diesem „neuen“ CRYPTOPSY Sound irgendwie in den Hintergrund gedrückt. Vor allem gegen Ende des Albums werden da zig doch irgendwie befremdliche, weil auch reichlich mondän klingende, Sounds in die an sich nach wie vor ultrabrutalen Stücke eingewoben.

Schlecht ist er jetzt nicht unbedingt geworden der „Unspoken King“. Allerdings seien gerade jene Zeitgenossen gewarnt, die auf den letzten Releases von CRYPTOPSY „Once Was Not“, oder „And Then You'll Beg“ diese fast unnachahmliche Verrücktheit geschätzt haben, denn genau die lassen die zum Sextett gewachsenen Kanadier doch schmerzlich vermissen und genau jene Hörer werden von den Kannucks sicher reichlich verwirrt im Regen stehen gelassen.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Reini (16.05.2008)

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