Moss - Sub Templum

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VÖ: 30.05.2008
Bandinfo: Moss
Genre: Doom Metal
Label: Rise Above Records
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Lineup  |  Trackliste

Während sich manche Spielarten des Metal einer Geschwindigkeit hingeben, die einem Geparden beim Beuteangriff ähnelt, ist der Doom Metal bekanntlich eher mit dem Tempo einer Schildkröte zu vergleichen.
Dennoch hat der Doom Metal ein eigenes, wenngleich monotones Flair. Damit lassen sich einzigartige Emotionen ausdrücken, wenn man es nur richtig macht. Allerdings besteht immer ein schmaler Grat zwischen Spannung und monotoner Langeweile.
Etwas Geduld muss man als Fan der Stilrichtung aber in jedem Fall aufweisen, um Gefallen daran zu finden.

MOSS stammen aus England und sind bei Mr. Dorian’s “Rise Above“ Label unter Vertrag.
Gemäß des Promozettels soll auch Herr Fischer (ex-CELTIC FROST) Gefallen an den drei Engländern gefunden haben.
Schon beim über 5-mintügen Intro-Geräusch „Ritus“ wird einem klar, dass man es hier mit einer etwas gar ausgefallenen Chose zu tun hat. Doom Metal ist nicht nur untertrieben, sondern auch irreführend: „Sub Templum“ ist ein 73-mintüges Geräusch, das mit Metal an und für sich wenig zu tun hat. Ein extrem räudiger und fieser Bastard aus Doom Metal, Sludge, Drone und undefinierbarem Rauschen.
Ein Vergleich zum Tierreich ist in jenem Fall schwer zu definieren, da die Schildkröte dieses Vieh noch im Schlaf abhängt. MOSS transportieren ihre musikalische Botschaft im Sinne einer lahmen Nacktschnecke.
Immerhin ist ein leichter Beat zu erkennen, der sich allerdings (wo man wieder beim Thema Monotonie wäre) immer und immer wieder wiederholt. Leider nicht nur innerhalb eines Songs, sondern wieder und wieder auf der gesamten Albumlänge.
Die Bezeichnung „Songs“ ist ohnehin übertrieben: Wo ein Song aufhört und der andere beginnt, lässt sich kaum erkennen. Der spannendere Teil des Albums ist trotz allem der 35-minütige Rausschmeisser “Gate III – Devils from the Outer Dark“ in dem Vokalist Olly Pearson nicht nur auf seine schwächlichen Schreie setzt.

Was bleibt ist ein verrücktes Album, das leider viel öfter in den Bereich des Wahnsinns als in den Bereich des Genie’s kippt. Wie man dieses Ding bewerten soll ist eine Frage, die keiner zu beantworten im Stande ist. Der persönliche Geschmack? Dann gäbe es wohl einen Punkt! Die geschätzte Freude des durchschnittlichen (Doom-)Metal Fans an diesem Werk? Ebenfalls ein geschätzter Punkt! Die Einschätzung der klitzekleinen Zielgruppe dieser Band? Wahrscheinlich um die 4 Punkte! Macht einen Schnitt aus 2 Punkten.
Doch solltest du, lieber Leser, selber entscheiden in welche dieser Kategorien du deinen Platz findest. Freunde der extremen Monotonie abseits der üblichen Doom-Welten können gerne mal ein Ohr riskieren. Doch wie so oft, lassen sich MOSS objektiv kaum beschreiben: Für den Großteil wird „Sub Templum“ ein vertonter Berg der Langeweile und Einfallslosigkeit sein, während eine Minderheit das Album als passenden Vorboten zur Apokalypse sehen wird.



Bewertung: 2.0 / 5.0
Autor: El Greco (06.06.2008)

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