Amagortis - Pre Natal Cannibalism

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VÖ: 00.01.2008
Bandinfo: Amagortis
Genre: Death Metal
Label: Fastbeast Entertainment
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Lineup  |  Trackliste

Mal wieder Lust auf eine derbe Brutal Death Platte? In diesem Falle sollte man sich AMAGORTIS aus Hel(l)vetia mal zu Gemüte führen, wenngleich man sich von dieser Band noch keine Wunderdinge erwarten darf.
Auf leider nur 32 Minuten holzen die vier Schweizer alles in Grund und Boden, und glänzen mit äußerst niveauvollen Texten zu Themen wie „Vergewaltigung, Mord und Fäkalien“. Aber wer dies – und das lieblich gestaltete Cover – ernst nimmt, ist selber schuld. Bei einer derart überzeichneten Darstellung wie von AMAGORTIS dargeboten, sehe ich persönlich keine Jugendgefährdung. Es sei denn, die Jugend ist zu dumm um Realität und explizit cartoonisierte Fiktion voneinander trennen zu können.

Doch nun zur Musik: Entgegen vieler Vergleiche sehe ich kaum Verbindungen zu CANNIBAL CORPSE. An die Kannibalen kommen AMAGORTIS auch (noch) zu keinem Zeitpunkt an: Zu durchschnittlich das Songwriting, zu wenig technisch und ausgefallen die instrumentale Leistung…..
Auch wenn man dem (vermeintlichen?) Vorbild noch nicht das Wasser reichen kann, so verfügt man doch über musikalisches Verständnis und Können. Die Groove orientierte Gitarre lässt kaum Luft zu atmen und metzelt wunderbar vor sich hin. Bass und Schlagzeug betonieren alle Freiraume mit einem tonnenschweren Rhythmus zu. Die Gesangsleistung marke „Schweinderl mit viel Testosteron beim Schlachter“ passt natürlich bestens ins Gesamtbild.
Man ist bemüht, die Songs in sich nicht zu homogen werden zu lassen und variiert innerhalb der Songs geschickt die jeweiligen strukturellen Fragmente. Die ersten Lektionen der metallischen Lehre hat die Band also verinnerlicht.

Einige Kritikpunkte muss man aber schon vorbringen: Das Songmaterial ist oft zu wenig auffällig. Ein großer Teil des Albums dient zwar wunderbar zum metallischen Tänzchen, doch bleiben dabei nicht viele Teile hängen. Die Gründe dafür? Etwas mehr eigene Konturen wären angebracht. Die Band muss sich selbst aus der Masse an Bands hervorheben, sonst geht sich auch genau dort unter. Zudem sind die Strukturen der Songs oft sehr ähnlich. Ab und an hätte ein Gitarrenlead für etwas Auflockerung gesorgt. Auch das Muster „(Film) Sample als Intro“ ist – wenngleich es manchmal wirklich gut passt – nichts weltbewegend neues mehr.
Zudem ist der Sound der Snare ein Störobjekt auf “Pre Natal Cannibalism“. Trotz dieser Schwachpunkte wächst das Album nach einigen Durchläufen, was dazu führt, die Songs eben nicht nur als stumpfen Krach verstehen zu können. So hievt man sich selbst knapp über die Durchschnittlichkeit und bekommt für diese unterhaltsame Leistung drei Punkte.
Anspieltipps: “Overdose per Hole“, “Severed in the Cemetary”und “Chainsaw Ass Massacre”



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: El Greco (08.06.2008)

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