Gorgoroth - Live in Grieghallen

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VÖ: 00.06.2008
Bandinfo: Gorgoroth
Genre: Black Metal
Label: Regain Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Die mediale Schlammschlacht zwischen Infernus & Gaahl ist noch im vollen Gange, da schieben die Regain´ler (die auch noch irgendwie einen Teil von Gorgoroth unter Vertrag haben) strategisch geschickt ein Livealbum dazwischen. Von Friede, Freude, Eierkuchen keine Spur – warum diese Veröffentlichung dann doch mit beiden Fronten an Bord eingetrümmert wurde weiss wohl keiner so genau… wahrscheinlich ist dieses Tondokument noch vor den Querelen entstanden …

Egal, die Kuh muss gemolken werden solange sie noch (schwarze) Milch gibt - und wer bei einen genaueren Blick auf´s LineUp und dem Albumtitel wirklich auf ein Livealbum hofft, sollte sich lieber als Moderator bei Confetti-TV bewerben. „Live in Grieghallen“ ist ein Mitschnitt der verzichtbaren Sorte, weder ein Glanzpunkt für die Band noch ein reeller Gegenwert für die verbliebene Fanschar: alle acht Songs wurden lediglich live im Grieghallen Studio(!) aufgenommen – d.h. keine Stimmung, keine Satanspreisungen zwischen den Songs und auch keine sonstigen Skandale, die man auf einem Konzert (oder DVD) der „true norwegian Black Metal“-Truppe geliefert bekommt. Man darf sich also die nackten Körper am Bühnenrand und das Evil-Posing lediglich gedanklich zur Musik vorstellen…

Die Musik ist natürlich roher, unverfälschter Blackmetal ohne Keyboards oder sonstigen Firlefanz. Zwischen Uptempogetrümmer, minimalistischen Riffs und doomig-schleifenden Abschnitten ist für mich vor allem die Stimme von Gaahl nicht wirklich berauschend. Da ist man von den alten Sachen ein anderes Hasslevel gewohnt…

„Live in Grieghallen“ ist unterm Strich ein Produkt dass lediglich auf schnelle Geldmacherei aus ist – die Aufmachung wirkt lieblos und preisgünstig, die Spielzeit ist ein Witz sondergleichen und die Songauswahl ist zwar nett, aber auch weit weg vom Optimum: von den letzten 2 Studiowerken gibts genau keinen Song zu hören... Der räudige Sound der ersten zwei, drei Alben kann hier sowieso nicht reproduziert werden, die Magie ist seit Jahren futsch und wer für diese Abzocke (welches natürlich als „amazing live album“ & „a must have for all die-hard fans“ seitens des Labels angepriesen wird) sein sauer verdientes Geld rauswirft, ist selber schuld!

Da durch die Aufnahme alle Stücke soundmässig gleich gut - aber auch zahnlos - klingen mag hier der einzige Kaufanreiz sein. Ein CD-Brenner erledigt diese Aufgabe (die halbwegs besseren Tracks aller bisherigen Studioalben auf einen Silberling unterzubringen) weitaus effizienter & kostengünstiger. Wer also alle (qualitativ unterschiedlichen) Studiowerke sein Eigen nennt weiss was zu tun ist…



Ohne Bewertung
Autor: PMH (13.06.2008)

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