Enemy Is Us - Venomized

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VÖ: 13.06.2008
Bandinfo: Enemy Is Us
Genre: Death / Thrash Metal
Label: Bastardized Recordings
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Direkt von Schweden landen die ENEMY IS US Jungs mit einem Zwischenstopp in Selters (wo ihre Record Company BASTARDIZED RECORDINGS beheimatet ist) in den Wiener Redaktionshallen der Sturmbringer. Schweden? Da war doch was? Genau, ENEMY IS US spielen eine zumeist melodiöse, aber doch einigermaßen treffsichere Variante des leicht deathigen Thrash Metals. Soweit so unspektakulär. Die Truppe hat derzeit ein Album zu Buche stehen, dieses nannte sich "We have seen the Enemy... and the Enemy is Us" und erschien 2005. Nachdem das damalige Label der Band Rising Realm Records die Segel strich, entschieden sich ENEMY IS US ihr neues Material ohne Plattenfirma im Rücken einzutüten. Hauptsächlich im Studio von Bassman Lawrence Mackrory (ex-DARKANE, ex-SCARVE), unter zu Hilfenahme von Starproducer Daniel Bergstrand (MESHUGGAH, IN FLAMES, SOILWORK) entstand der neue elf-Tracker "Venomized".

Irgendwie scheinen die fünf Männer aus Uppsala die Einflüsse aus ihrer schwedischen Heimat als riesengroßen Selbstbedienungsladen anzusehen. Da schwirrt im Endeffekt alles von IN FLAMES über SOILWORK, den sehr geilen THE DUSFALL bis zu DARKANE im Raum umher, wird von ENEMY IS US dankend, gerne und fast permanent aufgefangen und unter ihrem Etikett verkauft. Das wurde seitens der Produktion in einem wirklich bombigen Soundkonstrukt verpackt, schmeckt aber im Endeffekt wie ein schales, reichlich abgestandenes Bier. ENEMY IS US sind sicher kompetente Musiker, wissen hie und da mit ein paar Abwechslungseinschüben für kurze Momente der Auflockerung zu sorgen, verschwinden aber trotzdem irgendwo im Sumpf des profanen Mittelfelds. Da helfen weder die gelegentlich eingestreuten Hardcore Elemente, ein kurz auftauchendes Piano im abschließenden „Heading Towards The Light“, oder das durch Akustik Gitarre eingeleitete „We Are The Filth“.

Schlecht klingt zwar definitiv anders, aber bei „Venomized“ krankt es insofern daran, dass der Sverige Fiver zwar motiviert und kompetent agiert, dabei aber auf die Grundessenz eines Klassealbum vergessen hat, und da muss nun mal das vorgetragene Liedgut den Hörer auch in irgendeiner weise berühren, es sollte Gefühle auslösen und eine zumindest vage Anspannung produzieren. Und genau auf das wurde bei den insgesamt elf Nummern leider über weite Strecken vergessen. Schönes Album, aber halt nur schön durchschnittlich!



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Reini (15.06.2008)

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