Black Flame - Imperivm

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VÖ: 23.06.2008
Bandinfo: Black Flame
Genre: Black Metal
Label: Regain Records
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Lineup  |  Trackliste

Uns ein „v“ für ein „u“/"f" vormachen ! Diese Unart kennt man ja schon von Behemoth…
Was die drei veröffentlichungswütigen Italiener auf ihrem neuesten Album jedoch nicht bedacht haben, ist die benötigte spielerische Raffinesse, wenn schon die Titel auf evil/cool/modern getrimmt wurden. Aber braucht man die hier wirklich? Ich würde sagen: nein! Die moderaten handwerklichen Fähigkeiten genügen hier vollkommen…

Nach einem handelsüblichen, (Spiel)zeitschindenden Intro rauscht der ebenso finstere wie todeslastige Blackmätäl mit sattem Uptempo aus den Boxen. Powervolle, manchmal flirrende Oldschool-Riffs treffen auf einem krachigen Sound, die Stimme schön finster /derb und gar nicht kreischig , das Sperrfeuer der Doublebass ebenso vernichtend wie prägnant. Nach einem kleinen Verschnaufer marschiert das Trio in trauter Harmonie durch einen ebenso sinistren wie diabolischen Part der sicherlich für ein paar Auszucker im Publikum sorgen dürfte.

Absolut roh und dennoch kraftvoll stolzieren Abrissbirnen wie „Ad Inferna“ (das im zweiten Teil mit einem dominanten Akustikbreak überrascht) oder „The Other Face ov Hell“ durch die Gehörgänge und hinterlassen nichts als verbrannte Erde. Doch der Teufel steckt (wie so oft) im Detail: originell oder gevieft im Songaufbau ist das Groß des Material beileibe nicht - eher was für die AugenZuUndDurch-Fraktion, die mit dem Rammbock auf Religionen und die Apokalypse losgeht und sich eher am infernalischen Uptempo denn an übermäßigen Spielwitz erfreut. Aber auch das ist in Ordnung – schliesslich ist (richtiger) Blackmetal ja nichts für Zartbesaitete, ProggressiveFans oder Toleranzbolzen.
„Imperivm“ könnte Fans von den altem Dark Funeral – Zeux (Secrets of the Black Arts) ebenso munden wie Marduk-Jünger (die auch die früheren Werke kennen und schätzen) ; vorausgesetzt man stört sich nicht an der etwas tieferen Stimme, dem puristischen wie stark todesbleiernem Gitarrensound und der weniger diabolischen Geschwindigkeit! Bei "Black Svn Theory" geht’s nämlich damit nach knapp drei Minuten in den finstersten Doomkeller - pechschwarz, monoton und beschwörend treten die Jungs mit den schicken Pseudonymen hier Popo.

Kraftstrotzender, finsterer und roher Shit ohne Innovationen oder allzuviele technische Schnörkel (was sicherlich für so manchen Blackie mehr als wünschenswert ist) - macht unterm Strich ein gutes Album mit einigen geilen Songs plus diversen kleinen Längen; trotzdem sollte da noch etwas mehr gehen… auch bei der Spielzeit.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: PMH (21.06.2008)

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