Netherbird - The Ghost Collector

Artikel-Bild
VÖ: 18.07.2008
Bandinfo: NETHERBIRD
Genre: Dark Metal
Label: Pulverised Records
Hören & Kaufen: Amazon | Ebay
Lineup  |  Trackliste

Der üppige Gastarbeiteranteil auf vorliegendem Rundling ist schnell erklärt: „The Ghost Collector“ ist mitnichten ein brandneues Studiowerk, sondern lediglich eine Ansammlung diverser EPs & Singletracks (welche aber teils schwer erhältlich waren) die nun remastered und zur Gänze auf mutige Käufer warten…

Mutig? Nun ja, nach dem hörspielartigen Intro kann man sich selber ausmalen wohin die Reise in den nächsten 61 Minuten geht: auf zu Ufern wo Cradle of Filth und Siebenbürgen plantschen, sich mit gefälligen Melodien die Ohren zukleistern - und da und dort eine Trällerelfe sich mit den stets präsenten Keyboarddudelein um den Platz an der Sonne streitet. Ist ja im Prinzip immer das gleiche Spiel: opulente Arrangements, Spannung auf Sparflamme, ein paar gefällige Abschnitte und dazu eine Handvoll Geschmetter um dem im Midtempo steckengebliebenen Karren wieder flott zu machen. Klar sind die beteiligten Musiker keine Dilettanten aber aus so vielen Ingredienzen SO einen Langweiler zu basteln ist auch eine Leistung.
Keine Ahnung ob die ersten 3 Nummern (welche nicht auf den vergangenen Releases enthalten waren) nun brandneu oder wiedergekäut wurden, auf jeden Fall tragen sie wesentlich zum erhöhten Skipaufkommen auf TGC bei … und das liegt nicht nur an der laschen Vocalperformance (Grunz und Kreisch, eh klar) wo man den gelangweilten Frack &Zylinderträger praktisch schon vor dem geistigen Auge sehen kann. Sollte Metal und generell Blackmetal nicht hässlich, unangepasst und extrem sein ? Tja, keine Spur davon.

Interessanterweise mundet das ältere Material (welches man am Ende versteckt hat) doch eine Ecke besser als die neuzeitlichen Ergüsse; v.a. "Blood Orchid“ labt sich genüsslich am Früh90er-Jahre-Busen der Briten MyDyingBride, kann aber in Punkto Intensität und Charisma trotzdem zu keiner Sekunde mithalten. Und wenn die unsäglichen Female-Furien (wie zB in „Forever Mournful“) den Ton angeben ist´s sowieso Essig mit Spannung und Darkness - da nützt auch das monumentale wie überlange "Boulevard Black" nix mehr. Der Schaden ist angerichtet.

Pianogeklimper-Zwischenspiele, der schwankende Sound sowie der generelle Stilwirrwarr (wo sich auch noch skandinavischer Melodeath nebst Gothic/Black/Darkmetal breitmacht) machen es nicht leicht die Scheibe am Stück zu hören. Häppchenweise riskieren und runterschlucken macht die Sache etwas erträglicher… Generell sollten hier aufgeschlossene Dunkelheimer und COF-Anbeter mal ein Ohr riskieren um die Lage zu checken. Mir ist das alles zu bieder und berechenbar…



Bewertung: 2.0 / 5.0
Autor: PMH (19.07.2008)

WERBUNG: Area 53 Festival 2019
ANZEIGE
WERBUNG: FLESHGOD APOCALYPSE - Veleno
ANZEIGE