Level-C - Level-C

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VÖ: 11.07.2008
Bandinfo: Level-C
Genre: Metal
Label: Locomotive Records
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Lineup  |  Trackliste

Wäre dieses Frontcover einer Band zu teil geworden, die nicht ausschließlich aus Amazonen bestehen würde, der Emanzenaufschrei hätte nachhaltige Wirkung gehabt. So sind die four Ladies von LEVEL-C aber mal außer obligo. Bleibt höchstens zu klären, welche der vier Damen denn als Covermodell posieren durfte. Wobei – was hilft das alles, provozierendes Coverartwork, all-Female Band, zeitweise wirklich höchst provokative Texte (ich sag nur „Suck a Fist“!), wenn die Mucke dementsprechend abstinkt. Tut sie aber nicht beim Debütwerk der Cleveland Damen.

Selbst – oder seitens der Record Company – stilisiert man sich gerne als „American’s Heaviest All Female Metal Band“, kann hinkommen, ist doch die Mixtur aus Metal, Moderne, leichten Hardcore Zügen, aber auch die Bitterness des 90er Grunge, das alles tendenziell mit ein paar PANTERA Anleihen versehen, irgendwie trocken, ja über weite Strecken Bretthart und auch gefällig. Komischerweise rauschen die ersten zwei Songs des Longplayers irgendwie am Ohr vorbei. Doch ab „Fly“ ist dann alles anders. Die Hooks sind griffiger, härtetechnisch wird eine klitzekleine Spur zurückgeschraubt und die Damen offerieren auch erstaunlich haftende Refrains.

„No Control“ gerbt sich im Slo Mo Tempo in die Gehörgänge, Fronterin Christine (die mit dem „e“ hinten) steht so manch männlichem Schreihals in nichts nach, hat aber auch die Gabe ihr gefühlsbetontes Ich nach außen zu kehren. Absolut fantastisch ist der zeitweise an PRIMUS erinnernde dreiminütige Höllentrip namens „Bully“, so brutal „Suck a Fist“ von textlicher Seite her klingen mag, so beschwingt und geradezu fröhlich kommt es musisch daher und der Rausschmeißer „Misery“ beginnt gar leicht balladesk und verträumt. Stilistische Grenzen sind das Ding nicht des Cleveland Quartett’s, dafür hat diese ganze Mixtur, trotz diverser Reminiszenzen, eine höchst eigenständige Note. Ganze sechs Hörproben haben die Mädels auf MySpace hochgeladen. Reinhören und näher beschäftigen lohnt sich, nicht nur wegen des barbusigen Coverartworks ;-)



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Reini (30.07.2008)

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