Signum Regis - Signum Regis

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VÖ: 29.08.2008
Bandinfo: SIGNUM REGIS
Genre: Power Metal
Label: Locomotive Records
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Lineup  |  Trackliste

Die aus der Slowakei stammenden SIGNUM REGIS sind ein weiteres Projekt des VINDEX-Bassers Ronnie König, der sich anschickt mit dieser Truppe einige Songs zu verarbeiten, die laut seinen Angaben nicht so recht zum Sound seiner anderen Band passen wollen. Auf ihrem selbstbetitelten Debut legt der Sechser dann auch gleich erwartungsgemäßg los - im Vordergrund stehen schöne Melodielinien der Vocals, unterstützt von nicht allzu walzenden Gitarren, die auch mal ab und an die gewohnten doppelläufigen Soli einstreuen oder sich mit den Keyboards bei Arpeggios duellieren; das alles in einem großteils kompakten und gefälligen klassischen Powermetal-Songwriting-Gewand verpackt.

Und man kann sagen dass SIGNUM REGIS ihre Sache gar nicht mal schlecht machen - die Kompositionen müssen sich keineswegs von denen bereits etablierter Größen des Genres verstecken (und sind teils Klassen besser, wenn man an das unterirdisch langweilige Songwriting etwa auf Timo Tolkkis REVOLUTION RENAISSANCE Debut denkt; mit solchem Material bekäme keine unbekannte Band irgendwo auf der Welt einen Deal) - einzig negativ fallen mir leider einige heftige rhythmische Rumpler auf, bei denen ich zwar angesichts der sonst sehr klar und transparent klingenden Produktion und des soliden Songwriting wohl denken muss, dass die Absicht sind - leider sind sie derart ungelenk und mies platziert, dass sie ansonsten guten bis sehr guten Lieder leider einen ordentlichen Schönheitsmakel verpassen; und leider vergeht auch kaum ein Song auf Signum Regis, der nicht mit einem oder zwei solcher unglücklich gesetzten pseudo-progressiven Momente aufwarten könnte.

Doch auch diese kleinen Schnitzer können den guten Eindruck des Scheibchens nur bedingt trüben - denn da die Keyboards großteils wirklich im Hintergrund agieren und nur unterstützende Funktion haben, rocken SIGNUM REGIS auch wirklich amtlich mit einem guten, glasklaren Sound los - und sehr positiv überrascht bin ich auch von der Vielseitigkeit von Frontmann Göran Edman, der sich bei den Power-Passagen mehr als einmal anhört wie ein gewisser Michael K., phasenweise (v.a. in Chören) wieder nach dessen ehemaligem Mit-Kürbis Kai Hansen; bei ruhigen Passagen wie zu Beginn von "Forever And A Day" oder bei (no na) "Passionate Love" dann wieder ein klein wenig an David Coverdale erinnert. Eine wirklich erstaunliche Performance!

Songwriting-technisch lassen sich SIGNUM REGIS wie erwähnt nicht lumpen und bedienen sämtliche Klischees mit Titeln wie "Neverland" oder "Sirens Roar", die ihrem Namen alle Ehre machen - als Anspieltipps lassen sich wohl das bombastische "All Over The World" herausheben, das schnelle, rockige "Bright Days Of Glory", das auch zu einer Band wie MESSIAH'S KISS passen könnte, aber auch "Neverland" oder das Gamma Ray-lastige "The Ten Thousand" nennen, und auch das neoklassisch inspirierte Instrumental "Mountain Haze" fügt sich gut in die Gesamtstimmung des Albums ein - nicht zu viel (aber auch nicht zu wenig) Kitsch, starke Gesangs- und Instrumentalleistungen (auch von Mastermind und Basser Ronnie König - selten dass man einen Bass so dominant aus dem Mix heraushört ;) - und solides, teilweise richtig gutes Songwriting: So muss ein ordentliches Powermetal-Debut aussehen!

Doch der langen Rede kurzer Sinn: SIGNUM REGIS sind eine ungemein talentierte neue Powermetal Band, an der Fans von Genrekollegen wie etwa Human Fortress, At Vance, Iron Savior oder auch Axxis durchaus Gefallen finden sollten. Und wer sich an den nicht immer glücklich eingesetzten Prog-Elementen nicht stößt, der bekommt hier wirklich erstklassige Unterhaltung geboten! Also schleift schon mal die Schwerter, und bereitet euch auf möglichst viel Glory vor - denn dieses feine Scheibchen hat davon genug!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Dragonslayer (21.08.2008)

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