Motörhead - Motörizer

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VÖ: 29.08.2008
Bandinfo: MOTÖRHEAD
Genre: Rock´n´Roll
Label: SPV / Steamhammer
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Lineup  |  Trackliste

Neulich beim Italiener meines Vertrauens. Zwei schon leicht grau melierte Typen, beide langhaarig und doch den Eindruck erweckend sie seien Metal Headz, unterhielten sich angeregt - folgenden Dialog konnte ich aufschnappen:

Hast scho die neiche MOTÖRHEAD ghört?

Na, wie is’n?

Kennst die letzten von denan??

Sicher, „Hammered“, „Inferno“ und „Kiss of Death“ hab i alle daham!

Wozu fragst dann wie die neiche klingt??

Auch wenn man jetzt vielleicht den absoluten Die-Hard Lemmy Fanaten einen Schlag ins Gesicht versetzt, so Unrecht hatten die zwei illustren Kumpanen da nicht. Wobei, sind wir uns mal ehrlich – jeder, absolut jeder ernstzunehmende Metalfan würde eine drastische Kurskorrektur von unserem Lieblingswarzengesicht höchstens mit Hohn und Spott quittieren. Lemmy spielt einfach furztrockenen „fuckin Rock’n’Roll“ und das seit Dekaden – daran soll, darf und wird sich auch in der Zukunft nichts, aber schon gar nichts ändern!

Und so shaken wir uns durch knappe 40 Minuten an mehr oder weniger schnellen Beißern, Good Old Lemmy mit seinem Knarzorgan macht trotz der 60+ Lenze und ebenso vielen Tonnen an Whiskey intus nach wie vor eine blendende Figur, was mir jedoch ein wenig abgeht ist so der ultimative Hit auf „Motörizer“. Am ehesten vielleicht noch das nachdenkliche „Heroes“, aber ein „God Was Never On Your Side“ (vom Vorgänger „Kiss of Death“) kann ich auf den insgesamt elf Titeln keines ausmachen.

„Motörizer“ bietet ansonsten die gewohnte, stimmige Mischung aus Fast-Forward Songs (wie der wirklich sehr geile Opener „Runaround Man“, das beschwingt schnelle „Rock Out“, oder das nicht minder langsame „Buried Alive“) und den eher gemächlich dahinrockenden Rotznummern wie ein „One Short Life“, das Groove Ungetier „Teach you how to Sing the Blues“, dem gleich darauf folgenden „When The Eagle Screams“ oder das furztrockene „English Rose“. Was bei näherer Betrachtung auch auffällt, Mickey Dee hat die Highspeed Doublebass Drums weitgehend in die Ecke gestellt und verpasst so dem kompletten Album einen mehr als spürbaren, zusätzlichen Groove Faktor, der auch mittelschnelle Einlagen wie in „Time is Right“ zu unterstützen im Stande ist.

Produziert wurde der „Motörizer“ übrigens teilweise mit FOO FIGHTERS Mainman David Grohl, der dem Lemmy einen erneut arschtighten Sound auf den Whiskey getränkten Leib geschneidert hat.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass MOTÖRHEAD in der derzeitigen Verfassung sowieso kein schlechtes Album veröffentlichen können (ja keine Widerrede liebe Leute – gell!!) und so reiht sich dann auch der „Motörizer“ in die fast endlos lange Liste an guten Alben der zur Institution gewordenen Metal Legende ein, auf den Überknaller, ein als ultimatives MOTÖRHEAD Album der Neuzeit durchgehendes Werk warten wir indes nach wie vor…



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Reini (13.08.2008)

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