Quiet Riot - Rehab

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VÖ: 31.10.2006
Bandinfo: QUIET RIOT
Genre: Hard Rock
Label: Demolition Records
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Lineup  |  Trackliste

Es zeugt schon von gutem Humor, Wenn eine Band im 32. Jahr ihres Bestehens ein Album namens "Rehab" herausbringt. Vor meinem geistigen Auge rollt Frankie Banali mit weissen Stoppelbart im Altherren-Rollwagerl zu seinen Drums und Kevin DuBrow, am Infusionsständer hängend, humpelt glatzköpfig zum Mikro um gemeinsam mit den beiden Studiomusikern Neil Citron (Git.) und Tony Franklin (Bass) das neue Album einzurappeln. Freunde, das kann ja heiter werden!

Was für ein Glück, dass "Rehab" dann doch nicht ganz so schlimm geworden ist! Genau genommen ist den (zugegebenermassen nicht mehr ganz frischen) Jungs unter dem Banner QUIET RIOT sogar ein erstaunlich guter und respektabler Wurf gelungen, mit dem sie sich keine Blösse geben. Auf Peinlichkeiten, wie das Aufwärmen alter Metalhadern oder (noch schlimmer!) Neuinterpretationen ihrer Klassiker im Schmusegewand verzichten die Amis glücklicherweise vollkommen. Stattdessen wird gerockt, und zwar schwer erdig und stets mit einer dezenten amerikanischen Blues-Note. Mit ihrer Blütezeit (etwa 1983 zu "Metal Health"-Zeiten) hat das hier gebotene freilich wenig zu tun, die legendären Chöre etwa sucht man hier vergebens. Sie wären wohl auch nicht mehr glaubwürdig. "Rehab" dagegen ist ehrlich bis in die Knochen und punktet vor allem mit Songs der Marke "Free", "Old habits die hard" oder "It sucks to be you". Für den 9-minüter "Evil woman" (ein SPOOKY TOOTH Cover übrigens) hat sich DuBrow noch Verstärkung in Form von Glenn Hughes geholt, was das Album zusätzlich auffettet.

Wie gelungen "Rehab" tatsächlich geworden ist, liegt mehr denn je im Auge des Betrachters. Denn obwohl wir es hier mit einem kräftigen (nein, ich verwende nicht den Ausdruck "solide"!) Lebenszeichen zu tun haben, ist diese Platte doch ein Stück weit von dem entfernt, was wir in der Vergangenheit von QUIET RIOT bereits serviert bekommen haben. Immerhin: es rockt, es lebt, und von den Songs würde ich keinen einzigen als Totalausfall bezeichnen. Und das ist deutlich mehr als ich - siehe oben - erwartet hätte.

Das Besetzungschaos im Hause QUIET RIOT nimmt übrigens mit "Rehab" kein Ende. Mittlerweile sind Alex Grossi (Git.) und Chuck Wright (Bass) wieder an Bord. Mit weiteren Veröffentlichungen darf also gerechnet werden.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: adl (09.01.2007)

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